Skyline of Pudong
Blick aus unserem Zimmer
Donnerstag, 16. September 2010
Montag, 13. September 2010
Peking - die chinesische Mauer
Einsamkeit am größten Bauwerk der Welt: Wer die Chinesische Mauer für sich haben will, sollte die gut restaurierten Abschnitte mit ihren Touristen-Buslandungen meiden. Eine entspannte Wellness-Tour ist die Kraxelei allerdings nicht - frühes Aufstehen und Trittsicherheit sind Pflicht.
Peking/Miyun - Verschlafen stolpert Vincent Liu über den Busbahnhof von Miyun. Sein Atem dampft in der Kälte, fast drei Stunden war er mit der U-Bahn und dem Bus unterwegs. Noch eine Stunde Fahrt in einem Sammeltaxi, dann endlich türmt sich die Chinesische Mauer vor den Augen des 32-Jährigen auf. In seinen 13 Jahren in Peking hat er sie schon oft gesehen - aber noch nie so wie heute. Er ist nicht in Badaling, am bekanntesten und touristisch am besten erschlossenen Abschnitt, dafür müsste er nicht um 4 Uhr aufstehen. Vincent wollte lieber nach Jinshanling und Simatai, wo nicht jeder Mauermeter restauriert ist - zur "echten Mauer", wie er es nennt.
Organisierte Touren kosten das Dreifache und mehr, sind aber auch schneller und holen ihre Gäste meist am Hotel ab. Doch dem Trubel einer zehnköpfigen Reisegruppe wollen Vincent und John entgehen. Sie möchten die Mauer für sich, statt sich von einem Reiseleiter zum nächsten Sammelpunkt drängen zu lassen.
Nur für Trittsichere
Tatsächlich ist ein allzu straffer Zeitplan nicht empfehlenswert. Vier bis fünf Stunden sollten für die Wanderung von Jinshanling nach Simatai auf dem Rücken des Yan-Gebirges kalkuliert werden. Zu schnell geht sonst der Blick für Mauer und Natur verloren - für das alte chinesische Territorium im Süden mit seinen Terrassenfeldern und für die wildere Innere Mongolei im Norden mit schrofferen Felsen und steiler abfallenden Hängen. Nach einem gemächlichen Auftakt zeigt sich die Mauer hier als Achterbahn ohne TÜV-Zulassung: Steile Treppen geht es hinauf und wieder hinunter, mal sind nur Stufen weggebrochen, mal scheint ein Erdrutsch die halbe Mauer mit sich gerissen zu haben.
Es sind Spuren aus mehr als 400 Jahren: Beide Abschnitte wurden während der Ming-Dynastie errichtet oder wiederhergestellt, die in China herrschte, als in Europa das Mittelalter endete. Die Strecken sind weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Vincent macht besonders das Relief zu schaffen. Obwohl es bei seiner Tour im Winter kaum wärmer als null Grad ist, hat er seine dicke Jacke längst in den Rucksack gestopft und kämpft sich schnaufend den nächsten Anstieg hinauf.
Doch die Aussicht und die Abgeschiedenheit entschädigen für alle Mühen. "In Badaling wimmelt es von Touristen und T-Shirt-Verkäufern", erzählt der Chinese, als er und John sich auf dem Dach eines Wachturms für ein zweites Frühstück einrichten. "Hier haben wir die Mauer wirklich für uns." Nur drei Händler und zwei Wanderer sind ihnen in den vergangenen drei Stunden begegnet, da fand sich sogar Ruhe für ein paar Tai-Chi-Übungen in authentischer Umgebung. Zur Hochsaison im Herbst ist hier ebenfalls mehr Betrieb. Bei gutem Wetter ist die Tour aber auch im Winter unbedenklich.
Waghalsige Kletterei zum "Pekingblick"
Auf den höchsten Gipfel der Simatai-Mauer schaffen es nur wenige Wanderer. Nur über die "Himmelsleiter" sind der "Pekingblick" und der "Engelsturm" auf 986 Metern Höhe zu erreichen. Die bis zu 80 Grad steile Passage, die an ihrer schmalsten Stelle nur einen halben Meter breit ist, erfordert neben Mut vor allem grundlegende Kletterkenntnisse. Verbunden werden die beiden Türme von der "Himmelsbrücke", einem 100 Meter langen und 40 Zentimeter schmalen Grat. Wer ihn bezwingt, soll nachts die Lichter von Peking sehen können und darf sich "Held der Chinesischen Mauer" nennen.
Doch mit Heldenruhm wird es dieses Mal nichts für Vincent und John. Die Beine sind müde, ein Aufstieg über die "Himmelsleiter" wäre jetzt lebensgefährlich. Die Trauer darüber aber hält sich in Grenzen. Viel haben sie von der "echten Mauer" gesehen und ihre Einsamkeit genossen. "Jetzt weiß ich, wie sich Obama auf der Mauer gefühlt haben muss", sagt John - für den Besuch des US-Präsidenten im November 2009 war der Badaling-Abschnitt gesperrt worden. "Aber der musste sicher nicht so früh aufstehen."
(Quelle: http://www.spiegel.de/reise )
Chinesische Mauer
Die chinesische Mauer liegt weit ausserhalb von Beijing. Wir brauchen mitten in der Rush-Hour gute 2 Stunden. Unser Trip führte uns zum Abschnitt "Mutianyu". Bekannt als als etwas herausfordernder als vergleichsweise die Section um Badaling.
Per Sessellift ging es den Berg hoch auf dem die Mauer verläuft. Es ist schon irre wie die Mauer die Berge hoch und runter klettert, so war doch unsere Vorstellung eher entsprechend einer Mauer die gerade auf einer Ebene verläuft. Oben angekommen hatten wir nun knapp 1 1/2 Stunden zum "Klettern" auf der chinesischen Mauer. Klettern ist das beste Wort dafür, denn mancher Abschnitt hat schon aufgrund der Steigung etwas für Panik gesorgt
Aber es war schon unbeschreiblich was die Mauer für ein Bauwerk ist!!! Die Fotos folgen
Auf dem weg nach unten konnten wir mit einer Sommerrodelbahn zurück legen, das war natürlich nochmal richtig fun!
Den weiteren Nachmittag haben wir mit weiteren 3 Stops gut überstanden auch wenn es am ende leicht zu einer Butterfahrt ausgeartet ist, da der letzte Stop eine Seidenfabrik war, deren Rundgang eher ans Homeshopping auf TM3 nachts um halb vier erinnerte
Die zwei Vorherigen Stops haben uns die chinesische Kultur und Geschichte näher gebracht. Die Ming Gräber und ein Jade-Museum. Interessant aber das Tagesziel war ja auch die Mauer mit ihrer teilweise 45 Grad Steigung!!!
Morgen geht's weiter
Sonntag, 12. September 2010
Angekommen in Peking
Schon akklimatisiert geht es jetzt in den Olympiapark. Schauen wie die Sportstätten der vergangenen Olympischenspiele aussehen.
Morgen ist die Tour zur großen Mauer geplant!!! Auf unsere letzten Tage werden wir noch einmal richtige Touris!!!
Freuen uns aber auch schon auf Donnerstag und Deutschland und darauf euch alle weiterzusehen
Mittwoch, 8. September 2010
Dienstag, 7. September 2010
Angekommen in Sanya
Wir haben Shanghai nach 7 ereignisvollen Wochen verlassen und sind nach einem 2 ½ stündigen Flug in Sanya auf der Insel Hainan angekommen. Um es gleich vorweg zu nehmen, das Hilton Sanya Ressort & Spa Hotel hat jeden seiner 5 ***** verdient!!!
Ein Dank auch an unser Reisebüro in Nippes, welches doch eine Empfehlung an das Hotel übermittelt hat uns ein kostenloses Upgrade zu geben – und es hat funktioniert J Blick auf den Pool!!! Allerdings mit der Einschränkung, dass wir anstatt des King Bed (ca. 180 cm breit) nun ein Bett haben, welches ca. 2,8 m breit ist. Neben der riesigen Badewanne ein weiteres Highlight. Ansonsten ist das Frühstück perfekt. Es gibt einfach alles was man braucht, von der chinesischen Suppe bis hin zur Salami und einem Yoghurt ist alles vorhanden. Der Pool und Strand und sind genau der Broschüre entsprechend!!! Was noch sehr angenehm ist, dass Haus ist vielleicht nur zu 20% gefüllt, die Ruhe und Entspannung ist einfach herrlich.
Hier werden wir noch tolle Tage bis Samstag verleben.
Leider haben wir hier keinen dauerhaften Internetanschluss, so dass die Berichte noch wahlweise kommen. Vielleicht dann wieder mehr aus Beijng. Jetzt erstmal Urlaub!!!!
Sonntag, 5. September 2010
Abschied von Shanghai
Lange nichts von uns gehört??? Stimmt!!! Die letzten Tage in Shanghai waren doch noch einmal sehr stressig und wir hatten noch einiges auf unserem Sightseeing-Zettel offen. Nach dem wir unser Praktikum erfolgreich beendet haben, standen die ersten beiden Tage vollständig im Zeichen des Regens. Wir haben daher auch nichts überstürzt und haben es entsprechend langsam angehen lassen. Erst am Donnerstag haben wir uns auf gemacht um durch die Altstadt von Shanghai zu laufen. Mit dem Ziel: Yu Yuan Garden. In der Altstadt sollte eigentlich das alte Shanghai gezeigt werden, allerdings war es mehr Kommerz und Tourikram als Nostalgie. Bereits vor 5 Wochen sind wir einmal durch ein altes Teilstück von Shanghai gegangen indem normalerweise keine Touristen verkehren. Das war wesentlich entspannter und vor allem interessanter. Der Yu Yuan Garden war ganz interessant und mit seiner Größe auch sehr imposant. Gerade wenn man die alte chinesische Architektur anschaut und im Hintergrund der 500 Meter hohe World Financial Tower.
Am Freitag war nun unser letzter Tag in Shanghai!!! Auf unserer Liste standen noch: Fußmassage, Post, Nudelmann und die Aussichtsplattform im World Financial Tower. Erstmal alles der Reihe nach:
Zum Glück war die letzten Tage die chinesische Freundin eines deutschen Mitpraktikanten bei uns in der Unterkunft. So haben wir gleich die Gunst der Stunde genutzt und sind mit ihr zur Post gegangen um ein Paket Richtung Deutschland aufzugeben. Die Hilfe war auch nötig denn natürlich konnte dort niemand englisch. Nachdem ich das Paket durch die Morgensonne bei 30 Grad geschleppt habe, dachte ich mir so, dass meine Haare doch schon wieder sehr lang sind und das sich mit der Hitze nicht so gut vereinbaren lässt J
Kurze rede langer Sinn: Lulu war so hilfreich dem Friseur mitzuteilen, wie meine Haare auszusehen haben. Natürlich wurde alles unter den strengen Augen von Lena-Alice durchgeführt. Gerade als die chinesische Haarwäscherin namens Do-Do die Haare etwas lange massierte *lol*
Das Ergebnis jedenfalls war super!!! Als es ans Bezahlen ging wurden zuerst 48 Yuan verlangt… Eigentlich waren 20 vereinbart, aber da mich der „beste Figaro“ bedient hatte, wurde der Betrag etwas erhöht. Aber das war uns zu viel… Nach kleiner Diskussion haben wir 15 Yuan bezahlt. Das hat sich gelohnt, denn die Frisur sitzt…
Auf dem Rückweg zur Wohnung haben wir unseren Besuch beim Nudelmann abgehalten und „Zai jian“ gesagt.
Am frühen Nachmittag haben wir uns dann zum „Wolkenkratzer-Viertel“ aufgemacht. Ziel war das Observation-Deck im World Financial Tower im 94. + 97. + 101. Stock.
Wir haben schon mit dem Schlimmsten gerechnet: Schlangen, Schlangen und noch mal Schlangen vor dem Eingang. Aber nein, wir konnten direkt durch gehen. Wir buchten den Besuch für alle drei Aussichtsplattformen auf den verschiedenen Stockwerken. Mit dem Fahrstuhl ging es aus dem Keller des Hauses in die 94. Etage. Von dort per Rolltreppe auf die erste Aussichtsplattform. Der Blick war schon sensationell, Pudong und Shanghai haben uns zu Füssen gelegen J Doch wir wollten höher hinaus. Mit dem Fahrstuhl noch 4 Etagen höher… Dort oben waren wir im höchsten Teil des „Flaschenöffners“ angekommen. Das Besondere hierbei war, dass im Boden Glasplatten eingebaut waren, so dass man direkt 500 Meter in die Tiefe schauen konnte. Ich hab mich ziemlich erschrocken und nachdem ich die Glasplatten gesehen habe, musste ich mich doch beim Fotografieren etwas fester festhalten J
Ein toller Abschied von Shanghai!!!
Im Apartment angekommen haben wir uns auch gleich aufgemacht um uns noch einmal bei der Fußmassage verwöhnen zu lassen. Danach waren wir entsprechend entspannt und konnten unsere Koffer packen, bevor es mit den weiteren Zeiss Praktikanten zum Abschieds-Teppanyaki ging. Es folgte ein sehr nettes Schlemmen und Plaudern über die letzten 7 Wochen…
Nach jetzt 3 Tagen Abstand zu Shanghai und Strand, Meer und Sonne ist die Hektik von Shanghai schon ganz weit weg und es kommt einen vor, als hätten wir noch ein Wochenende dort verbracht. Aber mehr ist die Zeit in Shanghai nicht wert: 7 Wochen = gefühlte 4 Tage. Das sind die Realität und die Geschwindigkeit mit der diese Stadt jeden Tag lebt. Die Entwicklung Shanghais sucht wohl seines gleichen!!!
Freitag, 3. September 2010
Tropeninsel Hainan - Hawaii auf Chinesisch
Weiße Strände, ganzjährig tropisches Klima: Das liebste Strandurlaubsziel der Chinesen ist die Insel Hainan. Hier verbringen Gruppenreisende in Hawaiihemden ihre Zeit mit Shopping und Essen - oder buchen den Tagesausflug ans "Ende der Welt".
Sanya - Pro Jahr 300 Sonnentage, durchschnittlich 25 Grad im Schatten, ein badewannenwarmes Meer, das an kilometerlange weiße Strände plätschert, dazu Ananas und Mangos, Orchideen und Kokospalmen. Das klingt wie Hawaii? Ist es aber nicht. Nein, es geht um Hainan, Chinas größte Tropeninsel, die ganz im Süden des "Reichs der Mitte" liegt und nur etwas kleiner als Nordrhein-Westfalen ist.
Viertens sehen sich Hawaiis Hauptstadt Honolulu und Sanya, die Touristenmetropole im Süden Hainans, recht ähnlich: Hochhäuser direkt am Strand, viel Verkehr, viele Hotels, viele Fast-Food-Restaurants. Mit dem Unterschied allerdings, dass die chinesische Schnellküche deutlich besser schmeckt als die Produkte der US-Restaurantketten.
Hauptsache, die Urlaubsoptik stimmt
Der Hang zur Hawaii-Verehrung geht - fünftens - so weit, dass auf Hainan sogar das Hawaiihemd imitiert wird: So gut wie alle chinesischen Touristen auf Hainan kaufen sich ein solches Stück Stoff mit knallbunten Mustern. Die farbenfrohen Hemden werden freilich nicht in Hawaii hergestellt, sondern irgendwo in einer chinesischen Textilfabrik. Den Chinesen ist es aber ziemlich egal, ob sie ein Original am Leib tragen oder eine Fälschung: Hauptsache, die Urlaubsoptik stimmt. Und weil Chinesen gern in Gruppen reisen und sich ungern individuell geben, tragen die Mitglieder einer Reisegruppe oder einer Familie oft Hawaiihemden mit identischen Farben und demselben Muster - und manchmal sogar passende Hosen dazu.
Sechstens: Hawaii und Hainan sind gleichermaßen Einwandererinseln, die ursprüngliche Bevölkerung ist längst in der Minderheit. Auf Hawaii werden Touristen, die sich für die alte polynesische Kultur interessieren, in folkloristische Hula-Shows geschickt, und wer auf Hainan das ursprüngliche Leben kennenlernen will, muss das Volk der Li im Inneren der Insel besuchen. Es lebt hier noch in Hütten aus Reisstroh und geht mit Pfeil und Bogen auf die Jagd, posiert aber längst auch friedlich für touristische Erinnerungsfotos.
Ein großer Unterschied ist allerdings sofort zu erkennen: Während die Strände auf Hawaii oft voll sind, sind sie auf Hainan erstaunlich leer. Was nicht daran liegt, dass es hier zu wenig Sand gibt. Doch die meisten chinesischen Hainan-Touristen buchen zwar Strandurlaub, aber am Baden im Meer sind sie nicht interessiert, genauso wenig wie am Sonnenbaden. Lieber geht man hier mit einem Sonnenschirm spazieren und begibt sich allenfalls bis zu den Knien ins Wasser, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass viele Chinesen nicht schwimmen können.
Kyrillische Schriftzeichen an Geschäften
Während auf Hawaii viele Japaner Urlaub machen, sind auf Hainan die Russen die größte Gruppe der ausländischer Besucher, es kommen etwa 150.000 pro Jahr. Das ist vor allem mit der geografischen Nähe zu erklären: Von Sibirien sind es nur wenige Flugstunden nach Hainan.
Russisch ist deshalb, noch vor Englisch, die am meisten verbreitete Fremdsprache auf Hainan. Viele Geschäfte sind auch mit kyrillischen Schriftzeichen beschriftet, und auch Speisekarten gibt es viel eher mit russischer als mit englischer Übersetzung.
Hainans Hauptstadt Haikou liegt im Norden der Insel. Hier spielt Tourismus aber nur eine Nebenrolle, die Hauptrolle hat der Süden rund um Sanya inne, wo es eine Bilderbuchbucht neben der nächsten gibt, inzwischen aber auch ein Hotel neben dem nächsten. Der Bauboom war so ausgeprägt, dass Sanya längst die höchste Dichte an Fünf-Sterne-Hotels in ganz China hat, noch vor Peking und Shanghai.
Vertreten sind fast alle großen Ketten: Von Marriott bis Hilton, von Sheraton bis Ritz-Carlton. Auch Kempinski hat ein Strandresort in Sanya aufgemacht - im hauseigenen "Paulaner" servieren Chinesinnen dort in deutscher Tracht deutsches Bier, frisch gezapft vom Fass.
Frittierte Seidenraupen zum Lunch
Wer nicht den gesamten Urlaub am Strand verbringen will, vertreibt sich die Zeit in Sanya mit Einkaufen und Essen. Die lokale Spezialität sind frittierte Seidenraupen. Hauptsehenswürdigkeit in der Stadt ist der Luhuitou-Park, ein begrünter Hügel, auf dem das Denkmal eines Rehs, das den Kopf dreht, steht. Weniger die Skulptur als vielmehr das Verhalten balzender Chinesen ist hier interessant zu beobachten, denn das vierbeinige Denkmal gilt als Glücksbringer für Verliebte.
Vor den Toren Sanyas lockt das neu gebaute Nanshan-Kloster mit einer 108 Meter hohen Buddhastatue viele Touristen an. Im benachbarten Tempelrestaurant werden vegetarische Gerichte aufgefahren, die aus Tofu geformt sind, aber wie Fleischspeisen aussehen.
Außerhalb der von Hochhäusern geprägten Stadt gibt es üppige Natur zu bewundern, so wie es sich gehört für eine Tropeninsel: Palmenwälder wuchern neben riesigen Plantagen von Wassermelonen; Bauern mit Wasserbüffeln bewirtschaften Äcker und Reisfelder, die so fruchtbar sind, dass drei bis vier Ernten pro Jahr möglich sind.
Als jüngste Touristenattraktion wurde 2008 der Yanoda-Nationalpark eröffnet, ein Urwald, der eine knappe Autostunde von Sanya entfernt ist. "Yanoda" ist die Grußformel der einheimischen Insulaner, weshalb die Parkmitarbeiter jedem Besucher ein lautstarkes "Ya! No! Da!" zurufen, wo auch immer sie ihm begegnen, selbst auf der Toilette.
Im Hawaiihemd zum Ende der Welt
Den Park kann man nicht individuell erkunden, vielmehr schließen sich die Urlauber einer Tour an, die auf perfekt ausgebauten Fußwegen unter Baumriesen und Riesenfarnen entlangführt, vorbei an Wasserfällen, Lianen, Orchideengärten, über Felsschluchten und Hängebrücken. Wer nicht zu Fuß gehen will, setzt sich in eines der vielen Elektrowägelchen, die hier auf einem 18 Kilometer langen Straßennetz durch den Regenwald surren.
Hainans Hauptattraktion ist das Ende der Welt, ein von großen runden Felsbrocken geprägter Strand an der Südküste. Der Name rührt daher, dass an diesen Ort schon vor rund 1000 Jahren Beamte verbannt wurden, die bei der Obrigkeit in Ungnade gefallen waren. Damals war Hainan der Außenposten des "Reichs der Mitte", wer hier lebte, war abgeschnitten vom Rest der Zivilisation.
Heute geht es am Ende der Welt dagegen hoch her: Chinesische Touristen fallen in Heerscharen ein, kaufen Souvenirs und Wassereis, bestaunen den Strand und die Wellen, die Felsen und die wenigen westlichen Touristen, die sich hierher verirren. Und am Ende wird für das obligatorische Erinnerungsfoto posiert - im Hawaiihemd natürlich.
(Quelle: http://www.spiegel.de )











