Skyline of Pudong

Skyline of Pudong
Blick aus unserem Zimmer

Montag, 30. August 2010

Carl Zeiss im Reich der Mitte

Shanghai ist eine ständig wachsende Metropole, die immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnt. Carl Zeiss in China hat sich bezüglich der Mitarbeiterzahl und des Umsatzes in den letzten drei Jahren verdoppelt und ist somit der Bereich im Konzern, der am schnellsten wächst. Carl Zeiss in Shanghai liegt 25 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums in der Freihandelszone Wei Gao Qiao. Insgesamt verkaufen rund 400 Mitarbeiter Produkte und Services auf dem chinesischen Festland und auf dem Hongkong-Markt. Die Mitarbeiter von Carl Zeiss in Shanghai vertreten die drei Unternehmensbereiche Mikroskopie, Medizintechnik, Industrielle Messtechnik und den Geschäftsbereich Nano Technology Systems. Die Geschichte der Firma in China geht bis 1975 zurück, als die erste Niederlassung in Hongkong eröffnet wurde. Seit 1991 sind stetig weitere Standorte auf dem Festland dazugekommen, die alle schnell wachsen. Vertriebsbüros gibt es in Hongkong,Peking, Guangzhou, Shanghai und Suzhou. Darüber hinaus sind in Shanghai und Suzhou auch Produktionsstätten angesiedelt.
 
Shanghai – Stadt der tausend Gesichter
 
Der Name Shanghai bedeutet „Über dem Meer" (Shang = über, Hai = Meer). Shanghai liegt an der Ostküste Chinas und ist die bedeutendste Industrie- und Finanzstadt des Festlandes. Die sich ständig verändernde „Stadt der tausend Gesichter" hat heute mehr als 18 Millionen Einwohner. Von der typisch chinesischen Altstadt nur wenige Hundert Meter entfernt, erstreckt sich das das moderne, futuristische Shanghai mit dem neuen Finanzzentrum.
 
Im nächsten Jahr ist Shanghai Gastgeber für die Weltausstellung Expo und die Vorbereitungen sind überall in der Stadt sichtbar: Wolkenkratzer werden aus dem Boden gestampft, Brücken und Tunnel entstehen binnen weniger Monate. Man kann die Veränderungen hautnah miterleben. Die Geschwindigkeit in dieser Stadt der Superlative ist atemberaubend – und das nicht nur, weil der Transrapid die 31 Kilometer zum Flughafen in nur sieben Minuten und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 430 km/h fährt. Auch im Straßenverkehr In den Straßen rund um den Yu-Yuan-Garten Chinesische Pagode im Yu-Yuan-Garten Shanghai geht es zügig voran – Taxis und die geräuschlosen Motorroller sind die natürlichen Feinde eines jeden Fußgängers. Um dem Trubel zu entfliehen, gibt es allerdings jede Menge Möglichkeiten: Kleine Cafés, Antikläden, Parkanlagen und viele sehenswerte Museen der Stadt bieten ein gutes Kontrastprogramm zur Schnelllebigkeit Shanghais.
 
Quelle: CZiB international 03/2009

Sonntag, 29. August 2010

Wer Lust hat anzurufen...

Unsere Telefonnummer in China

+86 15801930449

Freuen uns über jeden Anruf!!!

Vom Festnetz ca. 2 Cent die Minute :-)

Liebe Grüße Lena-Alice & André

Zwei coole Bilder aus unserem Zimmer

Das ist der Blick aus unserer Unterkunft Richtung Skyline von Pudong:




In dem unteren Teil des Bildes hat vor zwei Tagen der Blitz eingeschlagen... Wir haben es live im Flur des 11. Stocks verfolgen können:



Mittwoch, 25. August 2010

Monster-Stau in China

Harmlos gegenueber Goettingens A7:

Dauer-Staus gehören im Großraum Peking zum Alltag. Doch dieser Monster-Stau schlägt hier alles! Seit nunmehr zehn Tagen geht auf einem 100 Kilometer langen Teilstück des Peking-Tibet Express Highway von Jining nach Richtung Peking nichts mehr. Nur noch im Schneckentempo kommen die Fahrzeuge vorwärts. Grund sind diverse Baustellen auf der Strecke, eine starke Zunahme des Lkw-Verkehrs sowie zahlreichen Pannen und Unfälle. Seit dem 14. August ist der Verkehr auf dieser Strecke faktisch zum Erliegen gekommen.
Irre: Selbst die offiziellen Stellen rechnen damit, dass sich der Stau erst dann auflösen wird, wenn die Bauarbeiten Mitte September abgeschlossen sein werden. Bis dahin ist der lukrative Nebenverdienst der Anwohner gesichert. Sie verkaufen Essen und Trinken zu Wucherpreisen an die wartenden Fahrer.

Den Rekord für den längsten Stau am Stück haben die Chinesen mit diesem Monster-Stau aber nicht gebrochen. Den halten weiter die Franzosen. Am 16. Februar 1980 brach der Verkehr von Lyon nach Paris auf einer Strecke von 176 Kilometern komplett zusammengebrochen. Neben einem massiven Rückreiseverkehr hatte auch das schlechte Wetter zu diesem Verkehrschaos geführt.

Bilder Vergleich Schanghai im Wandel: Shanghai 1990 vs. 2010 (Pudong)

Schanghai wächst wie viele andere chinesische Metropolen mit einem atemberaubenden Tempo, das man sich in Europa nur schwer vorstellen kann. Ein Musterbeispiel für die Entwicklungsgeschwindigkeit ist die Halbinsel Pudong, die sich innerhalb von 20 Jahren zum Hochhauszentrum von Schanghai entwickelt hat, wie man den folgenden Bildern von 1990 und 2010 entnehmen kann.

Auf den Bildern des SkyscraperCity.com Forums stammt das obere Bild von Pudong im Jahre 1990.


Das zweite Bild zeigt die aktuelle Skyline von Pudong!!!

Bild der Woche

Wohnen in Shanghai

Dienstag, 24. August 2010

Wochenendbericht...Ein Abend im Himmel ;)

Diesmal wollen wir Euch nicht zu lange warten lassen mit unserem Wochenendbericht! :)

Fuer den Freitag Abend hatten wir etwas ganz besonders geplant. Zunaechst einmal ging es nach der Arbeit mit den anderen Praktikanten zum Essen in unser altbekanntes Restaurant "1.Stock". Dort haben wir uns Auberginen, gebratene Nudeln, Fleisch-Gemuese-Gerichte in allen Varianten bestellt. Zu unserem Glueck haben wir auch eine Entenvariante gefunden, bei der man tatsaechlich mal das Fleisch serviert bekommt und nicht immer nur die Knochen oder die Haut!! Sehr lecker!! :)


Spaeter sind wir dann alleine weitergezogen und mit dem Taxi Richtung Pudong gefahren. Heute Abend wollten wir uns endlich mal in die Luefte begeben und den World Financial Tower (Flaschenoeffner) erklimmen. Noch mal kurz zur Info:

Das Shanghai World Financial Center ist ein 492 m hoher Wolkenkratzer (101 Stockwerke!!) in Shanghai und damit das höchste Gebäude der Stadt sowie das zurzeit höchste der Volksrepublik China. Nach dem Burdsch Chalifa und dem Taipei 101 ist das World Financial Center das dritthöchste Gebäude der Welt.

Im Gebauede angekommen ging es zunaechst einmal durch einen Sicherheitscheck und die Taschen wurden durchleuchtet. Danach stand uns der Himmelsfahrt nicht mehr im Wege, ausser vielleicht, dass es uns etwas mulmig zumute war. Mit dem ersten Aufzug ging es hoch in der 87. Stock!! Die Fahrt dauerte keine 60 Sekunden!!! Nur zum Vergleich, der Hotelmanager ist einmal zu Fuss gegangen - allerdings Treppen runter - und hat dafuer knapp 2 Stunden gebraucht!!!

Dann ging es weiter in einem zweiten Aufzug in den 92. Stock, wo sich die 100 Century Avenue Bar befand. Es war schon aufregend zu wissen wie hoch man sich gerade befindet. Die Ausicht muss man ehrlicherweise sagen war nicht sooo spektakulaer! Natuerlich konnte man weit schauen und vorallem tief unter einem war alles erleuchtet. Doch durch die Konstruktion des Flaschenoeffners lag die Bar sehr weit drinnen und man hatte keine direkte Fensteraussicht. Die Bar war sehr schoen und exklusiv eingerichtet und auch die Preise waren in die Hoehe geschossen ;) So bestellte ich einen Cocktail fuer 90 RMB (ca. 10 Euro) und erhielt ein kleines Cosmopolitan Glas ;)

Auch wenn man ueber das stille Oertchen eigentlich nicht spricht, aber diesmal ist es wirklich erwaehnenswert ;) Sensoren öffnen beim Eintreten den Toilettendeckel wie von Geisterhand, und die Spülung muss man nach Geschäftsabschluss auch nicht selbst betätigen, weil sie vollautomatisch ist. Weiterer Pluspunkt: Die Klobrille ist beheizt. Des Weiteren gab es 3 verschiedene Wasserstrahle, die in unterschiedlichen Stufen eingestellt werden konnten sowie einen Foen zum trocknen!! Fuer die weniger experimentierfreudigen war aber auch das altbewaehrte Klopapier vorhanden. :D *hahaha*

Schliesslich haben wir uns ueberlegt, wenn wir gerade schon einmal dabei sind, koennten wir eigentlich auch direkt das zweithoechste Gebaeude von Shanghai besichtigen, den Jin Mao Tower! ;) Jetzt war man ja einmal an die Hoehe gewoehnt!!

Der Jin Mao Tower war mit einer Höhe von 420,5 Metern bei 88 Etagen das höchste in China. Erst im Jahr 2008 musste dieser Titel an das in unmittelbar in seiner Nachbarschaft befindliche Shanghai World Financial Center mit 492 Metern und 101 Etagen abgegeben werden. Heute ist das Gebäude noch das vierthöchste Chinas und nimmt in der Weltrangliste Rang 10 ein.

Um in die Cloud 9 Bar im 87. Stock zu gelangen sind wir mit 3 Aufzuegen gefahren, um am Ziel anzukommen. Aber diesmal hatte es sich wirklich gelohnt. Wir haben einen Tisch direkt am Fenster erhalten und hatten eine wunderbare Aussicht auf Pudong!!

Als naechstes haben wir uns vorgenommen noch mal tagsueber in den Flaschenoeffner zu gehen und die Sicht von der Aussichtsplattform im 100. Stock zu geniessen. Wir sind definitiv gespannt, denn der Boden soll komplett verglast sein, so dass man ein noch besseres Gefuehl fuer die Hoehe hat! ;) Wir werden sehen, ob wir uns darueber trauen!! :D


Shanghai Center – Shanghais neuer hoechster Wolkenkratzer

Der Shanghai Tower ist ein im Bau befindlicher Wolkenkratzer im Bezirk Pudong in Shanghai. Das Gebäude, das nach Vollendung 632 Meter hoch sein wird, wird 128 Etagen und eine Fläche von 380.000 m² umfassen. Es wird das höchste Gebäude Chinas und voraussichtlich das zweithöchste der Erde, nach dem noch deutlich höheren Burdsch Chalifa in Dubai (828 Meter).
Planungen für den Finanzbezirk Lujiazui reichen zurück bis 1993. Sie zeigten 3 hohe Wolkenkratzer, die nahe beieinander stehen. Zwei der Gebäude sind bereits fertiggestellt: der Jin-Mao-Tower wurde 1998 vollendet und das Shanghai World Financial Center im Jahre 2008. Vollendet werden soll das Bauwerk im Jahre 2014. Es fuellt den letzten freien Platz im Shanghaier Finanzviertel Lujiazui und wird der hoechste Wolkenkratzer in ganz China werden.



Nachdem zahlreiche Entwürfe von vielen Architekturbüros eingereicht wurden, haben zwei Entwurfsvorschläge das Finale im Frühjahr 2008 erreicht. Beide Projekte sahen einen 580 Meter hohen Turm vor. Das Projekt des Architekturbüros Gensler wurde schließlich im Juni zum Sieger bestimmt. Das von einem Glasvorhang umfasste Gebäude soll als in sich verdrehter Turm entstehen.

Der Turm wird innen aus neun zylindrischen, aufeinandergestapelten Segmenten bestehen, die von einer Glasfassade eingefasst werden. Die äußere Fassade verdreht sich nach oben. Dazwischen sollen Hallengärten in verschiedenen Höhen als öffentliche Plätze für die Einwohner Shanghais entstehen. Am Fuß des Turms werden weitere Erholungsmöglichkeiten und Veranstaltungsräume eingerichtet. Zuoberst wird die größte offene Aussichtsplattform der Welt gebaut.

Marschall Strabala, Mitarbeiter von Gensler erzählte E-Architekt.co.uk in einem Interview, dass der Shanghai Tower „Chinas dynamische Zukunft vertreten wird": „Es wird ein eindrückliches Gebäude werden, mit dem China sowohl auf die Zukunft dieser geschäftigen und sich immer verändernden Metropole als auch auf die Zukunft des dynamischen chinesischen Geistes schauen wird. Es wird keinen anderen so einzigartigen und ausgereiften Turm auf der Welt geben."

Gemäß dem Entwurf soll die Fassade so konstruiert sein, dass sie die Windbelastung des inneren Rings um 24% reduzieren kann, wodurch viel Baumaterial gespart werden kann. Die Verdrehung soll zudem dazu verwendet werden, Regenwasser für die Klimaanlage und die Heizung zu sammeln. Windturbinen sollen zudem Energie für das Gebäude liefern. Es ist das erste Gebäude dieser Größenordnung, das durch die Doppelbewandung quasi wie eine Thermoskanne aufgebaut ist und dadurch Energie sparen soll.

Die Eigentümer des zukünftigen Shanghai Turms hoffen, vom „China Green Building Committee" und vom U.S. Green Building Council für die Nachhaltigkeit ausgezeichnet zu werden.

2008 wurde der Bauplatz vorbereitet. Am 29. November 2008 wurde der Grundstein gelegt. Der Turm hat eine Umweltverträglichkeitsprüfung bestanden. Auch während des Baues sollen nachhaltige Technologien eingesetzt werden. Im April wurde der erste feste Baukran installiert.

Das Gebäude sollte ursprünglich zur Expo 2010 fertig werden. Zur Zeit wird aber davon ausgegangen, dass es erst 2014 fertig werden wird.

Die höchsten Gebäude von morgen:

Der Wettkampf um das höchste Gebäude der Welt war neu entbrannt. Nur einige Stunden nach der Pressemeldung, dass Daniel Libeskind das neue 541 Meter hohe World Trade Center Freedom Tower bauen wird, verkündete das australische Bauunternehmen Grocon den Auftrag für ein noch höheres Gebäude in Dubai erhalten zu haben. Nach einigen Jahren der Ruhe und dem Ende der asiatischen Finanzkrise begann der Wettlauf, der erstmals in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts aufbrannte, erneut. Mit der Eröffnung des Burj Khalifa (Burj Dubai) im Januar 2010 und der Weltwirtschaftskrise findet das Rennen vorläufig ein Ende. Weltweit ist offen welches Projekt noch beendet wird und was schließlich in den Schubladen der Planer verschwinden wird. Die Arbeiten am Nakeel Harbour and Tower wurden eingestellt. Er sollte in Sichtweite des Burj Khalifa eine Höhe von über einem Kilometer erreichen.


Die nächsten Himmelsstürmer (im Bau):

632 m Shanghai Tower, Shanghai, China (2014)

597 m China 117 Tower, Tianjin, China (2014)

595 m Abraj Al Bait Towers, Mekka, Saudi Arabia (2011)

541 m Freedom Tower, New York

516 m Pentominium, Dubai, United Arab Emirates (2014)

510 m Busan Lotte Tower, Busan, South Korea (2015)

484 m International Commerce Centre, Hong Kong, China (2010)

450 m Nanjing Greenland Financial Centre, Nanjing, China (2010)

440 m International Finance Centre, Guangzhou, China (2010)

439 m Kingkey Finance Centre Plaza, Shenzhen, China (2011)

437 m Dubai Towers Doha, Doha, Qatar (2011)

414 m Princess Tower, Dubai, United Arab Emirates (2011)

412 m Marina 101, Dubai, United Arab Emirates (2012)

412 m Al Hamra Tower, Kuwait City, Kuwait (2010)

395 m 23 Marina, Dubai, United Arab Emirates (2011)

388 m Forum 66, Shenyang, China (2013)


Montag, 23. August 2010

1. Liga Football in China

Shanghai Shenhua - Tianjin Teda

China Super League, 2010, 19. Spieltag

Am vergangenen Mittwoch haben wir uns nach der Arbeit auf gemacht, um ein Fußballspiel der ersten chinesischen Liga anzuschauen.
Der Lokalmatador Shanghai Shenhua empfing die Gäste aus Tianjin. Das Spiel hat im Hongkou Stadium von Shanghai statt gefunden. In dem 35.000 Zuschauer fassenden Stadion sind die deutschen Frauen bei der WM 2007 mit einem 2:0 Finalsieg gegen Brasilien Weltmeister(innen) geworden.
Die spannenden Dinge sind schnell erzählt, wir waren ca. 35 Minuten vor Anpfiff auf unseren Plätzen. Guter Mittelrang im oberen Block. Unkostenbeitrag pro Karte 50 RBM (ca.6 EUR). Da kann man nicht meckern. Auf unseren Plätzen angekommen (eingedeckt mit Dosenbier) haben wir uns zunächst einmal einen Eindruck vom Stadium gemacht. Dieses war zu unserer Überraschung auch gut gefüllt. Wir tippten auf ca. 8.000 Zuschauer. Eine offizielle Zahl konnte ich bis heute nicht finden... Shenhua enstand aus 2 verschiedenen Vereinen in Shanghai. Das hat zur Folge, dass es auch 2 Fanlager gibt, die einen stehen hinter dem rechten Tor und die anderen hinter dem linken Tor. Schon sehr verwunderlich. Sie jubeln sich zwar zu aber jubeln nicht wirklich miteinander...
Nun zum Spiel. Bei tropischen Temperaturen wurde uns auch nur lauer Sommerfussball geboten. Die Mannschaften waren mit jeweils 2-3 Suedamerikanern bestückt, die für ein bisschen Glanz sorgten. Bereits nach 7 Minuten markierte Feng Renliang den Endstand. Danach bekam Tianjin mehr und mehr Spielanteile und erarbeiteten sich gute Einschussmoeglichkeiten. Die allerdings alle kläglich vergeben wurden... In der 2. Halbzeit war die Luft dann endgültig aus dem Spiel. Die einen konnten nicht und die anderen wollten nicht. So hatte Shanghai noch die ein oder andere Konterchance, die allesamt vergeben wurden. Im Grossen und Ganzen war es unterhaltsam, auch wenn das Niveau nur 2. bis 3. Bundesliga hatte.
Das Highlight des Spiels fand eigentlich nach dem Abpfiff statt, als wir alle nochmal Bier wegbringen waren. Da die Maenner naturgemaess etwas schneller sind und die Frauen etwas langsamer sind, haben wir vorm Damen-WC gewartet. Da kam die Putzfrau raus, macht das Licht aus und schließt ab. Das kam mir schon komisch vor. Mit einem flinken wortgewandten Händen habe ich sie gefragt, ob noch jemand drinnen sei. Das wurde verneint und es wurde auf eine weiter Toilette gedeutet. Naja, so recht habe ich dem Braten nicht getraut. Als die Wachmänner gerade durch das Treppenhaus nach unten gehen wollten, habe ich dann auch tatsächlich ein Klopfen und Bollern an der Tür einvernaemlich mit einem "Schatz!!!!!????" vernommen. Hatte mir schon so was gedacht. Die Sicherheitspolizisten waren jedoch noch in Nähe und haben sogleich der Putzfrau, die gerade das Herrenklo zuschloss unser Anliegen (in Form der Rettungsmission) zugerufen!!! Die sofort lachend (natürlich) die Tür aufschloss.
Naja, gut gegangen :)
**Hahaha**


Sonntag, 22. August 2010

Alles Gute zum Geburtstag, liebe Jill, lieber Bernd!!!

Liebe Jill,

lieber Bernd, 

auch aus dem fernen Shanghai denken wir natuerlich an unser drittes und viertes Augustgeburtstagskind ;)
 
Happy birthday to you
Happy birthday to you
Happy birthday

Happy birthday to you
Happy birthday to you
Happy birthday
 
Wir wuenschen EUCH viel Glueck, Gesundheit und Erfolg. Trinkt ein paar Cocktails fuer uns mit.
Vielleicht finden wir hier in einer der Skybars einen guenstigen Cosmopolitan, den wir auf euch trinken koennen!
Lassen dann einfach anschreiben... Wie gehabt *lol*
 
Viele liebe Gruesse,
 
Lena-Alice & Andre

Freitag, 20. August 2010

Entschuldigung!!! Ein Bericht zu Teppanyaki (鉄板焼き)

Zunächst einmal möchten wir uns bei euch entschuldigen, dass dieser Blogeintrag erst jetzt geschrieben und veroeffentlicht wird.
Aber auf Grund von zeitlichen Engpässen war es uns nicht möglich diesen Blogeintrag frueher zu schreiben.
 
"Diese Art zu Speisen ist in Asien sehr beliebt. Auf einem sog. „Teppan", einer großen Stahlplatte, welche als Grill dient, bereitet ein Koch alle Speisen vor den Augen der Gäste zu. Dies macht er in einer sehr unterhaltsamen, artistischen Art, in dem er mit seinen Messern jongliert, die Zutaten in atemberaubender Geschwindigkeit schneidet, dreht, wendet, würzt. Ein guter Teppanyaki-Koch ist Entertainer und Koch in einem. Zubereitet werden japanische Speisen."
 
Am Freitag haben wir entschlossen uns einmal richtig kulinarisch verwöhnen zu lassen. Dazu ging es zum Japaner. Eigentlich ist es lustiger, wenn man es in einer grossen Gruppe macht, aber wir wollten auch mal alleine losziehen und beweisen, dass wir auch teilweise selbstständig uns ernähren können ;)
In Shanghai gibt es eine Restaurantkette "Tairyo", die Teppanyaki anbieten und zwar zu folgendenen Preis: 150 RMB (~ 17,19 EUR). Das ist schon ein geiler Preis zumal es sich dabei um ALL YOU CAN EAT  und ALL YOU CAN DRINK. Und das ist genau unser Metier!!! Da sitzen wir am Ende der Nahrungskette, um auch mal Atze Schroeder in unseren Blog einzubeziehen ;)
Das Restaurant hat sich im 9. Stock eines Einkaufscenters befunden und kaum oben angekommen, wurde uns schon der Beweis geliefert, dass Essen muss gut sein. Denn vor dem Restaurant standen bereits ca. 20 Chinesen, die auf einen Tisch warteten. Wir haben uns brav eingereiht und dem Personal unseren Wunsch übermittelt 2 Plätze am Teppanyaki-Grill zu bekommen. Nach nur 8-10 Minuten warten wurden wir etwas auf chinesisch gefragt, da der Chinese meist positive Fragen stellt, haben wir einfach genickt!!! Goldrichtige Entscheidung. Keine Ahnung, was gefragt wurde, jedenfalls ging es nun los. Später hat sich heraus gestellt, ob wir damit einverstanden wären, wenn wir uns zu einer chinesischen Gruppe in einen Extraraum setzen möchten (die waren zu 6st plus uns beide = 8 Plätze).
Noch ahnten wir nichts vom dem Ausmaß des Gelages, welches uns später noch erwarten sollte...
Auf ging es!!! Die Karte war zum Glück nach unserem Geschmack. Wir haben sie nicht gegessen oder probiert, aber sie war auf englisch übersetzt und mit vielen tollen Bildchen versehen (das Gute daran war, dass die Bildchen mit der späteren Realität übereinstimmten).
Vielleicht ein kleines Brainstorming was auf der Karte alles zu finden war: Sushi, Beef Sashemi (rohes Fleisch, dünn geschnitten wie Carpaccio), Verschiedene Sorten Fleisch, Garnelen in sämtlichen Formen, Haehnchenfluegel, Grüner-Tee-Eis, Bananen, Gaensestoffleber, Salate, Fisch Sashemi, Obstsalat, Bier, Sake, Rinderfilet mit Garlic und Onions, Muscheln, Austern, Lammfilet und Lammkotelett, Thunfisch, Seebarsch, diverse Suppen, Ribeye-Steak, Pfannkuchen, Pflaumenwein, Fruchtsaefte, Spargel in Beef und Bacon gerollt, Pilze in Bacon, Frühlingszwiebeln in Bacon, Aal, Jacobsmuscheln, Gebratene Nudeln, Reis...
Wir ihr seht also alles was das Herz begehrt. Und alles vor unseren Augen zu bereitet!!! Unserer ersten Bestellung folgte die zweite, die dritte, die vierte... Wir individualisierten uns fortan, so gab es fuer mich den ein oder anderen Flügel und für Lena-Alice das Beef-Sashemi. Auch wenn einmal das ein oder andere bestellte nicht bei uns ankam, wurde es einfach erneut bestellt. Dazu gab es fleissig Bier.
Natürlich beobachteten wir unsere Tischnachbarn bei ihrem Diner. Sie begannen mit Bier und Sake!!! Die Folgen waren schon nach gut 20 Minuten sichtbar. Die Schweissausbrueche, rote Koepfe und lautstarkes Gestikulieren waren die Folge.
Den Nach gut einer Stunde war die Gesellschaft (Vielleicht um die 25 bis 30 Jahre alt) dann tatsächlich blau!!! Staebchen wurden vom Tisch geschmissen und die Hemmschwelle zu uns Fremden schwand. Ab nun wurde uns zu geprostet!!! Nicht nur das, sondern auch ein gemeinsames exen des Bierglases war erwünscht!!! Als Lena-Alice ihre 0,3 l Glas dann auch in einem Zug getrunken hatte, ist den Kollegen bald das Essen aus dem Gesicht gefallen :) Ein Bild für die Götter. Jedenfalls gaben wir alles. Ab und zu noch mal eine Bestellung Fleisch und frisches Bier. Eigentlich sollte das Restaurant um 22 Uhr schließen, aber unsere Kollegen haben weiter und weiter bestellt... Nachdem der Koch schon leicht sauer wurde, haben wir uns um 22:45 Uhr auf dem Heimweg gemacht. Ich habe mich nur noch längs hinten ins Taxi gelegt und Lena-Alice hat sprachgewandt uns zu "Yulan Lu - Duchan Lu" gelotst!!!
 
Am Sonntag waren wir übrigens wieder beim Teppanyaki, allerdings diesmal in einem anderen Restaurant der Kette. Dieses Mal mit unseren Bekannten und ein paar Freunden. Es war wieder ausgesprochen gut und reichhaltig!!!

Donnerstag, 19. August 2010

Konfuzius sagt...

...auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

Mittwoch, 18. August 2010

Kulturschock in China - Teil V

Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!

5. Teil: Hilfsbereitschaft - wenn Ärger in Scham umschlägt

Ich stehe am Straßenrand und sehe skeptisch auf die grauen Regenwolken über mir. Schnell winke ich das nächste Taxi heran, denn hat es erst angefangen zu schütten, ist es in Peking fast unmöglich, noch ein Taxi zu bekommen.

Wir leben erst seit kurzem in der Stadt, entsprechend unbeholfen ist mein Chinesisch noch. Irgendwie mache ich dem Fahrer klar, dass ich nach Hause möchte. Wir wohnen in einer Wohnanlange am Rande der Stadt, die Yosemite heißt. Allerdings nur auf Englisch, und das versteht der Fahrer nicht. Darum habe ich den chinesischen Namen auswendig gelernt: "You Shan Mei Dì".

Ich versuche konzentriert, die Tonhöhen richtig zu treffen. Betont man ein Wort nämlich nur marginal anders, so hat es im phonetisch präzisen Mandarin oft eine völlig andere Bedeutung. Ich scheine aber einigermaßen richtig betont zu haben, denn der Fahrer nickt und fährt los.

Wer versteht hier wen nicht?

Plötzlich hält er bei einem Kiosk und schmettert mir ein rau klingendes "Yusan" entgegen. Ich gehe davon aus, ihn durch den starken Regen schlecht verstanden zu haben, und wiederhole freundlich mein "You Shan Mei Dì". Er winkt ab, sagt ganz bestimmt "Yusan!" und zeigt auf die Hütten am Straßenrand. Ich weiß nicht, was er meint, versuche ihm aber klar zu machen, dass ich hier nicht wohne. Ich will nicht zu seinem Yusan, was auch immer das heißt, sondern nach Yu Shn Mi Dì.

Schließlich murmelt er noch zwei-, dreimal sein Yusan und fährt weiter - um nach fünf Minuten erneut anzuhalten. Und wieder: "Yusan", "Yusan". Wenn er doch endlich begreifen würde, dass ich einfach nur nach Hause will... Vielleicht versteht er mich besser, wenn ich meine Stimme anhebe: "YOU SHAN MEI DÌ". Doch er scheint von meiner Begriffsstutzigkeit genauso genervt wie ich von seiner.

"Yusan, for you!"

Und dann steigt der Taxiahrer einfach aus und rennt davon! Am Straßenrand irgendwo außerhalb von Peking starre ich stoisch auf den Wasserfall an der Windschutzscheibe. Was zum Teufel macht er da draußen? Ich erschrecke, als die Tür aufgeht und der Mann wieder Platz nimmt . Das schwarze Haar hängt ihm in nassen Strähnen ins Gesicht. Irgendwas hält er in der Hand. Eine nasse Tüte mit länglichem Inhalt, also hat er etwas gekauft. Was auch immer, ich will einfach nur heim. Ich bin genervt.

Doch dann dreht er sich zu mir um. Mit einem riesigen Strahlen im Gesicht greift er in die Tüte, reicht mir einen Schirm und sagt in einfachstem Englisch: "Yusan, for you!". Und fährt mich auf direktem Wege nach Hause. Keine zehn Minuten später bin ich in Yosemite, um einen Schirm und eine wundervolle Erfahrung reicher. Allerdings noch immer sprachlos und beschämt.

Als ich meiner chinesischen Freundin Chen Luyao die Geschichte erzählte, schwärmte sie von der Hilfsbereitschaft der Chinesen gegenüber Westlern. Da die meisten Ausländer kein Chinesisch sprechen, vergleichen die Chinesen sie oft mit hilfsbedürftigen Kindern. Auch der Taxifahrer hat gemerkt, dass ich als "einsame, hilflose" Frau die Sprache nicht besonders gut spreche. Also ging er davon aus, dass ich zwar einen Schirm haben wollte, aber nicht wusste, wie ich einen bekommen kann. An diesem Tag ist er bestimmt nach Hause gegangen und hat voller Stolz erzählt, wie er einer armen Westlerin aus der Patsche geholfen hat.

Dienstag, 17. August 2010

Teppanyaki im Detail

Eine Kunst - Teil 2

Teppanyaki!!!

Eine Kunst!!!

Ein Tag in Suzhou...

"Ich glaub, ich steh im Wald ;)"

"Himmelsstürmer"



Letzte Woche konnten wir uns einen Tag Auszeit nehmen von dem alltaeglichen Arbeitsstress des Praktikanten-Daseins. ;) Zusammen mit einem weiteren Praktikanten der Accounting Abteilung sind wir mit Andrea (Leitung Accounting) nach Suzhou gefahren, wo sich noch eine weitere Carl Zeiss Niederlassung befindet. Wir mussten zwar weitaus frueher aufstehen, als normal ueblich, aber immerhin mit der Aussicht auf einen durchaus ruhigen und unterhaltsamen „Arbeits“Tag!

Matze & André


Nach einiger Zeit des Bahn- und Taxifahrens kamen wir gegen 10 Uhr bei CZ an. Wir wurden dann eine gute Stunde durch die Firma gefuehrt und uns wurde alles genaustens gezeigt und erklaert. Es war schon ein beeindruckendes Erlebnis...fuer die BWLer unter euch: Hier wurde 5S tatsaechlich gelebt und es hat auch funktioniert!!! Wahnsinn!! Fuer die Nicht-BWLer: Die Produktion war sauber, ordentlich und strukturiert aufgeraeumt! :D


Nach dieser Besichtigung war der Arbeitstag fuer uns beendet! ;) Ausgestattet mit einem eigenen Chauffeur (das Auto hatte sogar abgedunkelte Scheiben) ging es los zur Stadtbesichtigung. Man kann schon sagen, dass diese Art der Fortbewegung durchaus angenehm war ;) vorallem bei den knappen 50 GRAD, die wir an dem Tag hatten!!

Als erstes sind wir sozusagen in die Altstadt Suzhous gefahren und sind dort ein wenig umhergelaufen bzw. eher gekrochen, da es so unertraeglich heiss war, dass wir vom einen Schattenplatz zum Naechsten geschlichen sind! Leider hatten fast alle kleinen Geschaefte zu, sodass wir uns die Auslagen nur am Schaufenster angucken konnten. Zur Abkuehlung sind wir dann in ein KFC Restaurant gegangen, wo wir uns zunaechst einmal gestaerkt haben. Puenktlich zur verabredeten Zeit stand auch unser Fahrer wieder an Ort und Stelle! Weiter gings zu einer Pagode, die wir besichtigen wollten. Kurze Bildung: „Eine Pagode (chin. 塔, tǎ) ist ein markantes, mehrgeschossiges, turmartiges Bauwerk, dessen einzelne Geschosse meist durch vorragende Gesimse oder Dachvorsprünge voneinander getrennt sind. Gebäude dieser Art sind in Vietnam, China, Japan und Korea zu finden“ Diese Pagode war ungefaehr acht Stockwerke hoch, aber wir haben uns nur bis zum dritten Stockwerk hochgekaempft... Erstens war zu heiss, zweitens war uns etwas mulmig und drittens haette sich die Aussicht auch nicht mehr viel aendern koennen, da keine Skyline vorhanden war. ;) Die Gaerten von Suzhou konnten wir uns leider nicht mehr anschauen. Wir sind viel umhergefahren, aber hatten dafuer an den einzelnen Stellen nicht allzuviel Zeit und dafuer war uns das Eintrittsgeld zu teuer!

Alles in allem war es ein sehr schoener Tag in Suzhou und auf jeden Fall besser, als den ganzen Tag im Buero zu verbringen ;) Ausserdem war es ein bisschen wie in einem James Bond Film mit unserem Fahrer. Es war schon komisch manchmal, dass uns dass Auto, sofern es moeglich war , leise gefolgt ist. Einmal haben wir den Fahrer angerufen und er meinte nur wir sollten uns mal umdrehen, er wuerde hinter uns stehen. Stand er dann auch ca. 2 m von uns entfernt mitten auf den Buergersteig! :D


Zurueck in Shanghai waren wir noch zusammen essen mit wunderschoenen Blick auf den Bund!! Ein gelungener Tag also!!!

Kuturschock in China - Teil IV

Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!

4. Teil: König Kunde - "maybe have Problem"
Flüge übers Internet buchen - das klingt simpel, kann aber in China katastrophal seine. Meine Mutter und ihre beste Freundin Karin kommen uns in China besuchen. Als Highlight der Reise wollen wir ins tropische Hainán. Ich habe uns ein Traumhotel am Palmenstrand von Sanyà gebucht, jetzt fehlen nur noch die Flüge. Also logge ich mich bei Chinas größtem, englischsprachigen Reiseanbieter ein und finde schnell reduzierte Flüge von Peking nach Sanyà. Je früher man in China bucht, desto größer der Rabatt.

Mir wird eine Ermäßigung von 30 Prozent angeboten, ich buche die Flüge gleich online. In wenigen Minuten erhalte ich gleich vier SMS pro Person zur Bestätigung. Für den Rückflug buche ich ein Angebot, das mich wirklich überzeugt: 60 Prozent Rabatt! Auch dieser Flug wird umgehend per Multi-SMS bestätigt. Bingo, die Flugbuchungen sind erledigt.

"Yes, I know, but still no possible"

Kurz darauf ruft mich eine freundliche Dame des Reiseanbieters an: "Maybe have problem". Leider könne der reduzierte Flug von Peking nach Sanyà für meine Mutter nicht bestätigt werden. Aus einem mir nicht ganz nachvollziehbaren Grund ist das reduzierte Ticket nur noch für meinen Freund Ralph, Karin und mich verfügbar. Meine Mutter aber soll auf einmal den vollen Preis bezahlen. Ich teile der Dame freundlich mit, dies sei bestimmt ein Missverständnis, da wir die Bestätigung ja bereits erhalten haben - "yes, I know, but still no possible."

Es geht hin und her, bis Miss Linda mir vorschlägt: Meine Mutter bekommt einen 30 Prozent reduzierten Flug - muss allerdings einen Tag früher fliegen. Nach weiteren zehn Minuten Diskussion lenke ich ein, will mich nicht länger im Kreis drehen. Dann zahlen wir eben für den Flug meiner Mutter den vollen Preis, obwohl er im Internet weiter mit 30 Prozent Rabatt angeboten wird.

Nach 20 Minuten klingelt erneut das Telefon. "Hallo Miss Sonja, this is Linda again." Hat sie vielleicht doch verstanden, dass man bereits bestätigte Preise nicht einfach nach oben setzen kann? Nein - "maybe have problem": Die um 60 Prozent reduzierten Rückflüge gibt es nun überhaupt nicht mehr. Angeblich gibt es gerade ein Update der Website, da könne es schon mal passieren, dass Angebote nicht mehr verfügbar seien.

"Vielleicht sollte sie dann einfach in eine andere Stadt fliegen"

So viel Zeit und Nerven kann so etwas Banales wie eine Internetbuchung kosten, Ich versuche meinen Ärger im Zaum zu halten und frage Linda ruhig nach einem Lösungsvorschlag. Nach ewiger Suche schlägt sie mir zwei Tage früher einen um 20 Prozent reduzierten Flug vor. Den möchte ich nicht. Dann bietet sie an unserem ursprünglichen Reisetag 15 Prozent an. Ich gebe mich geschlagen, frustriert und der Diskutiererei müde.

Und wieder: Auch diese Buchung ist noch nicht getätigt. "Maybe have problem with Miss Karin, no have discounted ticket for Miss Karin." Ach so, erst soll meine Mutter einen Tag früher fliegen, jetzt gibt es noch nicht mal die 15 Prozent für Karin. Ich kann mich nicht länger zurückhalten und sage Linda, dass ich alles andere als begeistert bin.

Sie entschuldigt sich und versteht meinen Unmut. Und hat einen neuen Vorschlag. Heute kann ich darüber lachen, damals allerdings war mir zum Heulen zumute. Mit viel Stolz in der Stimme sagt Linda allen Ernstes: "Ok, ich verstehe, dass Sie für Miss Karin auch einen reduzierten Flug haben möchten. Vielleicht sollte Miss Karin dann einfach in eine andere Stadt fliegen."

Montag, 16. August 2010

Du weißt, dass du zu lang in China warst, wenn...

  1. alle „Laowais" gleich aussehen.
  2. du den Geruch eines völlig überfüllten Busses geniesst.
  3. offene und menschenleere Plätze dich nervös machen.
  4. dich Leute mit strahlend weißen Zähnen ängstigen.
  5. du kein Taschentuch mehr brauchst um deine Nase zu putzen.
  6. andere Ausländer fremd auf dich wirken.
  7. du ohne jegliche Gedanken mit dem Rad auf der Autobahn unterwegs bist.
  8. du westliche Toiletten unbequem findest.
  9. du keinen Satz mehr in deiner Muttersprache zusammen bekommst.
  10. du denkst, es ist in Ordnung Müll egal welcher Art aus dem Fenster im 18 Stock zu werfen.
  11. du denkst, das permanente Drücken des Knopfes im Aufzug lässt ihn schneller fahren.
  12. du nicht überraschst bist, dass dein Leitungswasser hin und wieder braun ist.
  13. du glaubst, bei McDonald's endlich mal wieder gesund und nahrhaft essen zu müssen.
  14. du die Bedienung fragst wer eigentlich dein Fleisch nicht in Stückchen geschnitten hat, damit du sie mit Stäbchen essen kannst.
  15. du denkst, das Shirt für 5 Euro war absolut überteuert.
  16. du dein Tablett und Müll auf dem Tisch lässt, denn das sichert schließlich Arbeitsplätze.
  17. du jegliche Panikattacken während einer Taxifahrt verloren hast.
  18. du keinen Skrupel mehr empfindest im Restaurant auf den Boden zu spucken.
  19. du akzeptiert hast, dass dein Waschbecken im Bad eben nicht funktioniert, aber die Spüle in der Küche tuts ja auch.
  20. du dich nicht mehr hinten an Warteschlangen anstellst, sondern immer direkt nach vorn gehst.
  21. du Menschen anhupst, weil sie auf dem Fußweg laufen, wo du doch gerade lang fahren willst.
  22. du annimmst, dass ja eigentlich die Taiwaner China überrennen.
  23. du in aller Öffentlichkeit lautstark rülpst.
  24. du glaubst, Pizza-Hut ist langes Warten für einen Tisch wert.
  25. du es schaffst dich in eine Warteschlange reinzudrängeln, weil so ein doofer Ausländer tatsächlich zwei Zentimeter Abstand zum nächsten gelassen hat.
  26. du absolut keinen Sinn für Verkehrsregeln hast.
  27. du anfängst, Schwerlasttransporter mit deinem Fahrrad den Weg abzuschneiden.
  28. du dich wunderst, dass Leute dich nicht mehr anstarren.
  29. dich Feuerwerkskörper nicht mehr wecken.
  30. du grundsätzlich erst hupst, bevor du bremst.
  31. du bei dem Wort Salat an Apfel mit Mayonnaise denkst.
  32. du Zahlen nicht mehr ohne entsprechende Handzeichen sagen kannst.

Kuturschock in China - Teil III

Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!

3. Teil: Problem? Lösung! Das Loch im 29. Stock

Thomas wohnt im 29. Stock eines schicken Pekinger Appartement-Komplexes und genießt einen sagenhaften Blick. Ein Mittwoch im Oktober: In seiner Wohnung ist nichts mehr, wie es mal war. Im zehn Meter langen Designer-Panoramafenster klafft ein Riesenloch, das mittlere Element ist zerstört. Dahinter geht es in die Tiefe. Eigentlich nur 25 Etagen, denn den 4., 14. und 24. Stock gibt es hier nicht - die Zahl 4 steht in China für Unglück und Tod, und das Erdgeschoss gilt bereits als Level 1.

Thomas ruft Mrs. Táng im Management Office an, um den Schaden zu melden:

"Hallo, hier ist Thomas, Appartement Nr. 2903. Das mittlere Fenster meines Wohnzimmers ist kaputt." "Hallo. Ich wiederhole: Nummer zwei-neun-null-drei." "Ja, 2903. Das Fenster in meinem Wohnzimmer ist kaputt. "Sie wollen die Fenster putzen lassen?" "Nein! Das Fenster ist kaputt. Und zwar im neun-und-zwan-zig-sten Stock." "Wann wollen Sie die Fenster putzen lassen?" "Nicht putzen! Das Fenster ist kaputt. Keine Scheibe mehr! 29. Stock. Sehr gefährlich." "Kein Problem. Die Fenster sind sehr gute Qualität und können nicht kaputt gehen." "Das Fenster IST aber kaputt!" "Bitte rufen Sie morgen nochmal an." Und schon legt Mrs. Táng auf.

Ein neuer Tag. Mrs. Féng hat Mrs. Táng abgelöst und ist wesentlich pfiffiger. Besorgt ruft sie: "Bleiben Sie, wo Sie sind. Unsere Spezialisten kommen sofort." Binnen fünf Minuten betritt sie mit drei Handwerkern im Schlepptau die Wohnung, alle sind sichtlich bestürzt. "Ooohhhhh…was ist passiert?", fragt Mrs. Féng mit aufgerissenen Augen. Das wüsste Thomas auch gern.

"Oh, das wird nicht klappen"

Zwei Stunden später ist die Gefahrenstelle notdürftig gesichert. Niemand kann mehr runterfallen, nur sind die Stahlträger und Teile des Parketts ruiniert. Schon morgen soll die fehlende Scheibe ersetzt werden. Solche Dinge gehen in China schnell.

Aber abends ist noch nichts passiert. Am Telefon sagt Mrs. Féng freundlich, so schnell sei wohl doch keine Scheibe dieser Größe lieferbar - es dauere "vielleicht zehn Tage". Thomas sagt, er möchte die Scheibe bitte bis zum nächsten Nachmittag. "Oh, das wird nicht klappen" - "Das muss klappen!" Kaum eine halbe Stunde später ruft Mrs. Féng zurück und sagt, Arbeiter könnten die Scheibe morgen gegen drei einsetzen. Chinesen sind unglaubliche Organisationstalente - wenn man sich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden gibt.

Tatsache, am nächsten Tag tragen fünf Arbeiter eine passgenaue Scheibe mit vereinten Kräften und bloßen Händen in die Wohnung. Vorsichtig und mit kleinen Schritten nähern sie sich dem Abgrund, wollen langsam die Scheibe zwischen zwei Stahlträger einfügen. Doch die Decke ist etwa zehn Zentimeter niedriger als die Fensterfront. Der Versuch scheitert, die Scheibe von innen "einzuhebeln".

Schickes Design? Wozu? Hauptsache, der Auftrag ist erfüllt

Nun versuchen die Männer, die Scheibe unten so weit nach draußen zu halten, dass sie sich oben in den engen Spalt einfügen lässt. Ein filmreifes Desaster: Vier Quadratmeter Glas gleiten ihnen aus der Hand und rasen in die Tiefe. Ein Wunder, dass niemand verletzt wird.

Nächster Tag, zweite Scheibe, neuer Plan. Von einer Leiter aus schlagen die Handwerker wie wild auf die Decke ein - nah am Fenster wollen sie den Raum durch großzügiges Wegschlagen etlicher Zentimeter Beton höher machen. Nach sechs Stunden ist die neue Scheibe tatsächlich drin. Damit sie nicht erneut abstürzt, hatte man schlicht eine auf beiden Seiten drei Zentimeter zu breite Scheibe bestellt. Die sitzt nun nicht mehr formschön zwischen den weißen Designer-Stahlelementen, sondern hässlich davor, mit viel Silikon von innen angeklebt. Auftrag erfüllt.

Die Bilanz:

  • Erste Scheibe zerschmettert. Aber wo ist das Problem? Es wurde ja eine neue bestellt.
  • Die zweite Scheibe wurde nicht sauber eingefügt, sondern hässlich angeklebt. Aber wo ist das Problem? Die Scheibe bietet jetzt wieder den nötigen Schutz.
  • In der Decke ist ein klaffendes Loch. Aber wo ist das Problem? Auch das kann ja repariert werden.

Wo genau ist also Thomas' Problem?

Ich erzählte die Geschichte einer in Deutschland lebenden chinesischen Freundin. Sie bestätigte mir, dass durch die Kulturrevolution und die turbulente Mao-Zeit die meisten Chinesen der letzten Generation keine richtige Bildung genießen konnten(fast alle städtischen Jugendlichen wurden damals zur Zwangsarbeit aufs Land und in die Fabriken geschickt). Das Gros sei relativ ärmlich, minimalistisch und mit schlechter Ausbildung aufgewachsen, bestimmt auch Thomas' Arbeiter. Zu Hause seien sie froh, wenn sie ein Dach über dem Kopf haben und alles, was sie besitzen, eine Funktion erfüllt.

Besucht man beispielsweise einfache chinesische Familien, stellt man schnell fest, dass die Möbel kaum zueinander passen. Hauptsache, sie erfüllen einen Zweck. Wie die Couch der Oma meiner Freundin - die ist türkis! Die Oma sagt: War günstig, hält im Winter warm, kann man gut drauf liegen. Die Farbe war nicht wichtig. Genauso werden die Arbeiter bei Thomas gedacht haben: Hauptsache, dass er wieder eine warme Wohnung mit Fenster hat - was will er denn mehr?

Ein Voegelchen hat mir gezwischert...

Guten Morgen lieber Brunsi,
 
natuerlich sollst auch du nicht vergessen werden:
 
HAPPY BIRTHDAY !!!
 
Wir wuneschen Dir Gesundheit, Glueck und Erfolg und dem FC ein wenig mehr Spielwitz als in der
vergangenen Saison :)
 
Bis demnaechst auf ein Kaeffchen!!!
 
Viele Gruesse Andre & Lena-Alice
 

Samstag, 14. August 2010

Kuturschock in China - Teil II

Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!

2. Teil: Führerschein - unterwegs auf schiefkrummen Straßen

Wer "Fahrzeuge betrunken fährt", bekommt zwölf Punkte. Aber nur sechs Punkte, wer "Alkohol getrunken hat und noch Fahrzeuge fährt". Der Transport leicht explosiver Materialien und radioaktiver Stoffe durch "Fahrpraktikanten" wird mit drei Punkten bestraft, aber die nicht fristgerechte Bezahlung eines Bußgeldes mit zwölf Punkten. Bei einem Streit soll man sich geduldig rechtfertigen, und Busfahrer müssen eine Mindestgröße von 1,55 Meter vorweisen.

Das alles habe ich für den chinesischen Führerschein gelernt. Ein deutscher Lappen oder gar die International Drivers License sind im Reich der Mitte nichts wert. Denn wer als Ausländer in China lebt und selber Autofahren will, muss sich der Qual einer erneuten Führerscheinprüfung beugen.

Also kaufe ich mir die deutsche Übersetzung der 1000 Führerschein-Fragen und kann kaum glauben, was ich da lesen und lernen muss. Die englische Übersetzung wäre die wohl bessere Wahl gewesen, denn bei der deutschen Version bewiesen die Übersetzer vor allem eines: Kreativität. Eine Geschichte, erzählt mit wörtlichen Zitaten aus den deutschen Testantworten (kursiv).

Zum Vermeiden von Verkehrsunfall fahre ich mit den Fahrrädern ineinander...

Meine erste Fahrt im Reich der Mitte. Mein Fahrzeug beschleunigt sich, ich erklimme eine Steigung. Da der Gegenverkehr schwierig ist und ich mich in der Nähe der Spitze des schmalen Abhangs befinde, habe ich Vorfahrt. Oben am Berg halte ich kurz an und mache meinen Körper zur Überwindung von Schläfrigkeit gelenkig.

Als ich weiterfahre, sehe ich ein Verkehrsschild für Bremsentest und wage eine Vollbremsung. Danach schalte ich beim Befahren des Gefälles den Leergang ein und schalte den Motor aus, damit mein Fahrzeug gleiten kann. Ich passiere eine Baustelle, an der gerade gegrabt wird, und sehe einen Aufgaben für Bauprojekte erfüllenden Rettungswagen. Die Straße neben der Baustelle ist stark eingesunken. Also schalte ich frühzeitig in einen niedrigeren Gang, damit beide Vorderräder durch Beharrungsvermögen zunächst ruhig in Grabenboden einfahren können.

Später komme ich an einem Dorf vorbei und sehe, wie Fahrradfahrer die anderen Fahrradfahrer überholen und verfolgen. Aufgrund hoher Konzentration können sie die Balance der Körper verlieren und dadurch rutschen und quer hinfallen oder mit anderen zusammenstoßen. Zum Vermeiden von Verkehrsunfall fahre ich mit meinem Kraftfahrzeug mit den Fahrrädern ineinander. Einer der Fahrradfahrer fasst mein Fahrzeug an. Gemäß der Straßenverkehrsordnung beschleunige ich mein Kraftfahrzeug, um den Radfahrer so abzuwerfen.

...und beachte bei Viehvertrieb immer die Bewegungstendenzen

Auf einer schiefkrummen Straße fahre ich weiter und gelange auf eine Landstraße. Plötzlich sehe ich ein Fahrzeug, das sich überschlagen hat. Hat der Fahrer bei Viehvertrieb die Bewegungstendenzen nicht beachtet? Ich laufe zu dem Verletzten und achte darauf, dass ich die Wunden nicht mit Öl beschmiere und die Blasen nicht aufdrücke.

Einer der Verletzten hat eine Verletzung von Bauch, bei der Dünndarm vorgefallen ist. Wie gelernt lege ich den Dünndarm nicht in den Bauch zurück, sondern decke die Wunde mit Schüssel oder Büsche zu und verbinde sie mit Tuch. Ich höre ein Fahrzeug mit Alarmapparat mit spezieller Klangwirkung und weiß, dass Rettung naht. der Polizei beantworte ich ehrlich alle Fragen, steige ins Auto und fahre nach Hause.

Das alles entspricht den Lernmaterialien zum Führerschein, könnte aber genauso gut ein fast normaler Tag im chinesischen Verkehr sein. Ich bin froh, dass ich meinen Führerschein bestanden habe - und werde versuchen, die Verkehrsregeln zu achten und die Mahnung anderer Fahrer bescheiden und sorgfältig zu befolgen.