Skyline of Pudong
Blick aus unserem Zimmer
Montag, 30. August 2010
Carl Zeiss im Reich der Mitte
Sonntag, 29. August 2010
Wer Lust hat anzurufen...
+86 15801930449
Freuen uns über jeden Anruf!!!
Vom Festnetz ca. 2 Cent die Minute :-)
Liebe Grüße Lena-Alice & André
Zwei coole Bilder aus unserem Zimmer
Mittwoch, 25. August 2010
Monster-Stau in China
Den Rekord für den längsten Stau am Stück haben die Chinesen mit diesem Monster-Stau aber nicht gebrochen. Den halten weiter die Franzosen. Am 16. Februar 1980 brach der Verkehr von Lyon nach Paris auf einer Strecke von 176 Kilometern komplett zusammengebrochen. Neben einem massiven Rückreiseverkehr hatte auch das schlechte Wetter zu diesem Verkehrschaos geführt.
Bilder Vergleich Schanghai im Wandel: Shanghai 1990 vs. 2010 (Pudong)
Schanghai wächst wie viele andere chinesische Metropolen mit einem atemberaubenden Tempo, das man sich in Europa nur schwer vorstellen kann. Ein Musterbeispiel für die Entwicklungsgeschwindigkeit ist die Halbinsel Pudong, die sich innerhalb von 20 Jahren zum Hochhauszentrum von Schanghai entwickelt hat, wie man den folgenden Bildern von 1990 und 2010 entnehmen kann.
Dienstag, 24. August 2010
Wochenendbericht...Ein Abend im Himmel ;)
Schliesslich haben wir uns ueberlegt, wenn wir gerade schon einmal dabei sind, koennten wir eigentlich auch direkt das zweithoechste Gebaeude von Shanghai besichtigen, den Jin Mao Tower! ;) Jetzt war man ja einmal an die Hoehe gewoehnt!!
Der Jin Mao Tower war mit einer Höhe von 420,5 Metern bei 88 Etagen das höchste in China. Erst im Jahr 2008 musste dieser Titel an das in unmittelbar in seiner Nachbarschaft befindliche Shanghai World Financial Center mit 492 Metern und 101 Etagen abgegeben werden. Heute ist das Gebäude noch das vierthöchste Chinas und nimmt in der Weltrangliste Rang 10 ein.
Um in die Cloud 9 Bar im 87. Stock zu gelangen sind wir mit 3 Aufzuegen gefahren, um am Ziel anzukommen. Aber diesmal hatte es sich wirklich gelohnt. Wir haben einen Tisch direkt am Fenster erhalten und hatten eine wunderbare Aussicht auf Pudong!!
Shanghai Center – Shanghais neuer hoechster Wolkenkratzer
Der Turm wird innen aus neun zylindrischen, aufeinandergestapelten Segmenten bestehen, die von einer Glasfassade eingefasst werden. Die äußere Fassade verdreht sich nach oben. Dazwischen sollen Hallengärten in verschiedenen Höhen als öffentliche Plätze für die Einwohner Shanghais entstehen. Am Fuß des Turms werden weitere Erholungsmöglichkeiten und Veranstaltungsräume eingerichtet. Zuoberst wird die größte offene Aussichtsplattform der Welt gebaut.
Marschall Strabala, Mitarbeiter von Gensler erzählte E-Architekt.co.uk in einem Interview, dass der Shanghai Tower „Chinas dynamische Zukunft vertreten wird": „Es wird ein eindrückliches Gebäude werden, mit dem China sowohl auf die Zukunft dieser geschäftigen und sich immer verändernden Metropole als auch auf die Zukunft des dynamischen chinesischen Geistes schauen wird. Es wird keinen anderen so einzigartigen und ausgereiften Turm auf der Welt geben."
Gemäß dem Entwurf soll die Fassade so konstruiert sein, dass sie die Windbelastung des inneren Rings um 24% reduzieren kann, wodurch viel Baumaterial gespart werden kann. Die Verdrehung soll zudem dazu verwendet werden, Regenwasser für die Klimaanlage und die Heizung zu sammeln. Windturbinen sollen zudem Energie für das Gebäude liefern. Es ist das erste Gebäude dieser Größenordnung, das durch die Doppelbewandung quasi wie eine Thermoskanne aufgebaut ist und dadurch Energie sparen soll.
Die Eigentümer des zukünftigen Shanghai Turms hoffen, vom „China Green Building Committee" und vom U.S. Green Building Council für die Nachhaltigkeit ausgezeichnet zu werden.
2008 wurde der Bauplatz vorbereitet. Am 29. November 2008 wurde der Grundstein gelegt. Der Turm hat eine Umweltverträglichkeitsprüfung bestanden. Auch während des Baues sollen nachhaltige Technologien eingesetzt werden. Im April wurde der erste feste Baukran installiert.
Das Gebäude sollte ursprünglich zur Expo 2010 fertig werden. Zur Zeit wird aber davon ausgegangen, dass es erst 2014 fertig werden wird.
Die höchsten Gebäude von morgen:
Der Wettkampf um das höchste Gebäude der Welt war neu entbrannt. Nur einige Stunden nach der Pressemeldung, dass Daniel Libeskind das neue 541 Meter hohe World Trade Center Freedom Tower bauen wird, verkündete das australische Bauunternehmen Grocon den Auftrag für ein noch höheres Gebäude in Dubai erhalten zu haben. Nach einigen Jahren der Ruhe und dem Ende der asiatischen Finanzkrise begann der Wettlauf, der erstmals in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts aufbrannte, erneut. Mit der Eröffnung des Burj Khalifa (Burj Dubai) im Januar 2010 und der Weltwirtschaftskrise findet das Rennen vorläufig ein Ende. Weltweit ist offen welches Projekt noch beendet wird und was schließlich in den Schubladen der Planer verschwinden wird. Die Arbeiten am Nakeel Harbour and Tower wurden eingestellt. Er sollte in Sichtweite des Burj Khalifa eine Höhe von über einem Kilometer erreichen.
Die nächsten Himmelsstürmer (im Bau):
632 m Shanghai Tower, Shanghai, China (2014)
597 m China 117 Tower, Tianjin, China (2014)
595 m Abraj Al Bait Towers, Mekka, Saudi Arabia (2011)
541 m Freedom Tower, New York
516 m Pentominium, Dubai, United Arab Emirates (2014)
510 m Busan Lotte Tower, Busan, South Korea (2015)
484 m International Commerce Centre, Hong Kong, China (2010)
450 m Nanjing Greenland Financial Centre, Nanjing, China (2010)
440 m International Finance Centre, Guangzhou, China (2010)
439 m Kingkey Finance Centre Plaza, Shenzhen, China (2011)
437 m Dubai Towers Doha, Doha, Qatar (2011)
414 m Princess Tower, Dubai, United Arab Emirates (2011)
412 m Marina 101, Dubai, United Arab Emirates (2012)
412 m Al Hamra Tower, Kuwait City, Kuwait (2010)
395 m 23 Marina, Dubai, United Arab Emirates (2011)
388 m Forum 66, Shenyang, China (2013)
Montag, 23. August 2010
1. Liga Football in China
Shanghai Shenhua - Tianjin Teda
China Super League, 2010, 19. Spieltag
Sonntag, 22. August 2010
Alles Gute zum Geburtstag, liebe Jill, lieber Bernd!!!
lieber Bernd,
Happy birthday
Happy birthday to you
Happy birthday to you
Happy birthday
Freitag, 20. August 2010
Entschuldigung!!! Ein Bericht zu Teppanyaki (鉄板焼き)
Donnerstag, 19. August 2010
Mittwoch, 18. August 2010
Kulturschock in China - Teil V
Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!
5. Teil: Hilfsbereitschaft - wenn Ärger in Scham umschlägt
Ich stehe am Straßenrand und sehe skeptisch auf die grauen Regenwolken über mir. Schnell winke ich das nächste Taxi heran, denn hat es erst angefangen zu schütten, ist es in Peking fast unmöglich, noch ein Taxi zu bekommen.
Wir leben erst seit kurzem in der Stadt, entsprechend unbeholfen ist mein Chinesisch noch. Irgendwie mache ich dem Fahrer klar, dass ich nach Hause möchte. Wir wohnen in einer Wohnanlange am Rande der Stadt, die Yosemite heißt. Allerdings nur auf Englisch, und das versteht der Fahrer nicht. Darum habe ich den chinesischen Namen auswendig gelernt: "You Shan Mei Dì".
Ich versuche konzentriert, die Tonhöhen richtig zu treffen. Betont man ein Wort nämlich nur marginal anders, so hat es im phonetisch präzisen Mandarin oft eine völlig andere Bedeutung. Ich scheine aber einigermaßen richtig betont zu haben, denn der Fahrer nickt und fährt los.
Wer versteht hier wen nicht?
Plötzlich hält er bei einem Kiosk und schmettert mir ein rau klingendes "Yusan" entgegen. Ich gehe davon aus, ihn durch den starken Regen schlecht verstanden zu haben, und wiederhole freundlich mein "You Shan Mei Dì". Er winkt ab, sagt ganz bestimmt "Yusan!" und zeigt auf die Hütten am Straßenrand. Ich weiß nicht, was er meint, versuche ihm aber klar zu machen, dass ich hier nicht wohne. Ich will nicht zu seinem Yusan, was auch immer das heißt, sondern nach Yu Shn Mi Dì.
Schließlich murmelt er noch zwei-, dreimal sein Yusan und fährt weiter - um nach fünf Minuten erneut anzuhalten. Und wieder: "Yusan", "Yusan". Wenn er doch endlich begreifen würde, dass ich einfach nur nach Hause will... Vielleicht versteht er mich besser, wenn ich meine Stimme anhebe: "YOU SHAN MEI DÌ". Doch er scheint von meiner Begriffsstutzigkeit genauso genervt wie ich von seiner.
"Yusan, for you!"
Und dann steigt der Taxiahrer einfach aus und rennt davon! Am Straßenrand irgendwo außerhalb von Peking starre ich stoisch auf den Wasserfall an der Windschutzscheibe. Was zum Teufel macht er da draußen? Ich erschrecke, als die Tür aufgeht und der Mann wieder Platz nimmt . Das schwarze Haar hängt ihm in nassen Strähnen ins Gesicht. Irgendwas hält er in der Hand. Eine nasse Tüte mit länglichem Inhalt, also hat er etwas gekauft. Was auch immer, ich will einfach nur heim. Ich bin genervt.
Doch dann dreht er sich zu mir um. Mit einem riesigen Strahlen im Gesicht greift er in die Tüte, reicht mir einen Schirm und sagt in einfachstem Englisch: "Yusan, for you!". Und fährt mich auf direktem Wege nach Hause. Keine zehn Minuten später bin ich in Yosemite, um einen Schirm und eine wundervolle Erfahrung reicher. Allerdings noch immer sprachlos und beschämt.
Als ich meiner chinesischen Freundin Chen Luyao die Geschichte erzählte, schwärmte sie von der Hilfsbereitschaft der Chinesen gegenüber Westlern. Da die meisten Ausländer kein Chinesisch sprechen, vergleichen die Chinesen sie oft mit hilfsbedürftigen Kindern. Auch der Taxifahrer hat gemerkt, dass ich als "einsame, hilflose" Frau die Sprache nicht besonders gut spreche. Also ging er davon aus, dass ich zwar einen Schirm haben wollte, aber nicht wusste, wie ich einen bekommen kann. An diesem Tag ist er bestimmt nach Hause gegangen und hat voller Stolz erzählt, wie er einer armen Westlerin aus der Patsche geholfen hat.
Dienstag, 17. August 2010
Teppanyaki im Detail
Teppanyaki!!!
Eine Kunst!!!
Ein Tag in Suzhou...
"Ich glaub, ich steh im Wald ;)"
Nach einiger Zeit des Bahn- und Taxifahrens kamen wir gegen 10 Uhr bei CZ an. Wir wurden dann eine gute Stunde durch die Firma gefuehrt und uns wurde alles genaustens gezeigt und erklaert. Es war schon ein beeindruckendes Erlebnis...fuer die BWLer unter euch: Hier wurde 5S tatsaechlich gelebt und es hat auch funktioniert!!! Wahnsinn!! Fuer die Nicht-BWLer: Die Produktion war sauber, ordentlich und strukturiert aufgeraeumt! :D
Nach dieser Besichtigung war der Arbeitstag fuer uns beendet! ;) Ausgestattet mit einem eigenen Chauffeur (das Auto hatte sogar abgedunkelte Scheiben) ging es los zur Stadtbesichtigung. Man kann schon sagen, dass diese Art der Fortbewegung durchaus angenehm war ;) vorallem bei den knappen 50 GRAD, die wir an dem Tag hatten!!
Als erstes sind wir sozusagen in die Altstadt Suzhous gefahren und sind dort ein wenig umhergelaufen bzw. eher gekrochen, da es so unertraeglich heiss war, dass wir vom einen Schattenplatz zum Naechsten geschlichen sind! Leider hatten fast alle kleinen Geschaefte zu, sodass wir uns die Auslagen nur am Schaufenster angucken konnten. Zur Abkuehlung sind wir dann in ein KFC Restaurant gegangen, wo wir uns zunaechst einmal gestaerkt haben. Puenktlich zur verabredeten Zeit stand auch unser Fahrer wieder an Ort und Stelle! Weiter gings zu einer Pagode, die wir besichtigen wollten. Kurze Bildung: „Eine Pagode (chin. 塔, tǎ) ist ein markantes, mehrgeschossiges, turmartiges Bauwerk, dessen einzelne Geschosse meist durch vorragende Gesimse oder Dachvorsprünge voneinander getrennt sind. Gebäude dieser Art sind in Vietnam, China, Japan und Korea zu finden“ Diese Pagode war ungefaehr acht Stockwerke hoch, aber wir haben uns nur bis zum dritten Stockwerk hochgekaempft... Erstens war zu heiss, zweitens war uns etwas mulmig und drittens haette sich die Aussicht auch nicht mehr viel aendern koennen, da keine Skyline vorhanden war. ;) Die Gaerten von Suzhou konnten wir uns leider nicht mehr anschauen. Wir sind viel umhergefahren, aber hatten dafuer an den einzelnen Stellen nicht allzuviel Zeit und dafuer war uns das Eintrittsgeld zu teuer!
Alles in allem war es ein sehr schoener Tag in Suzhou und auf jeden Fall besser, als den ganzen Tag im Buero zu verbringen ;) Ausserdem war es ein bisschen wie in einem James Bond Film mit unserem Fahrer. Es war schon komisch manchmal, dass uns dass Auto, sofern es moeglich war , leise gefolgt ist. Einmal haben wir den Fahrer angerufen und er meinte nur wir sollten uns mal umdrehen, er wuerde hinter uns stehen. Stand er dann auch ca. 2 m von uns entfernt mitten auf den Buergersteig! :D
Zurueck in Shanghai waren wir noch zusammen essen mit wunderschoenen Blick auf den Bund!! Ein gelungener Tag also!!!
Kuturschock in China - Teil IV
Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!
Mir wird eine Ermäßigung von 30 Prozent angeboten, ich buche die Flüge gleich online. In wenigen Minuten erhalte ich gleich vier SMS pro Person zur Bestätigung. Für den Rückflug buche ich ein Angebot, das mich wirklich überzeugt: 60 Prozent Rabatt! Auch dieser Flug wird umgehend per Multi-SMS bestätigt. Bingo, die Flugbuchungen sind erledigt.
"Yes, I know, but still no possible"
Kurz darauf ruft mich eine freundliche Dame des Reiseanbieters an: "Maybe have problem". Leider könne der reduzierte Flug von Peking nach Sanyà für meine Mutter nicht bestätigt werden. Aus einem mir nicht ganz nachvollziehbaren Grund ist das reduzierte Ticket nur noch für meinen Freund Ralph, Karin und mich verfügbar. Meine Mutter aber soll auf einmal den vollen Preis bezahlen. Ich teile der Dame freundlich mit, dies sei bestimmt ein Missverständnis, da wir die Bestätigung ja bereits erhalten haben - "yes, I know, but still no possible."
Es geht hin und her, bis Miss Linda mir vorschlägt: Meine Mutter bekommt einen 30 Prozent reduzierten Flug - muss allerdings einen Tag früher fliegen. Nach weiteren zehn Minuten Diskussion lenke ich ein, will mich nicht länger im Kreis drehen. Dann zahlen wir eben für den Flug meiner Mutter den vollen Preis, obwohl er im Internet weiter mit 30 Prozent Rabatt angeboten wird.
Nach 20 Minuten klingelt erneut das Telefon. "Hallo Miss Sonja, this is Linda again." Hat sie vielleicht doch verstanden, dass man bereits bestätigte Preise nicht einfach nach oben setzen kann? Nein - "maybe have problem": Die um 60 Prozent reduzierten Rückflüge gibt es nun überhaupt nicht mehr. Angeblich gibt es gerade ein Update der Website, da könne es schon mal passieren, dass Angebote nicht mehr verfügbar seien.
"Vielleicht sollte sie dann einfach in eine andere Stadt fliegen"
So viel Zeit und Nerven kann so etwas Banales wie eine Internetbuchung kosten, Ich versuche meinen Ärger im Zaum zu halten und frage Linda ruhig nach einem Lösungsvorschlag. Nach ewiger Suche schlägt sie mir zwei Tage früher einen um 20 Prozent reduzierten Flug vor. Den möchte ich nicht. Dann bietet sie an unserem ursprünglichen Reisetag 15 Prozent an. Ich gebe mich geschlagen, frustriert und der Diskutiererei müde.
Und wieder: Auch diese Buchung ist noch nicht getätigt. "Maybe have problem with Miss Karin, no have discounted ticket for Miss Karin." Ach so, erst soll meine Mutter einen Tag früher fliegen, jetzt gibt es noch nicht mal die 15 Prozent für Karin. Ich kann mich nicht länger zurückhalten und sage Linda, dass ich alles andere als begeistert bin.
Sie entschuldigt sich und versteht meinen Unmut. Und hat einen neuen Vorschlag. Heute kann ich darüber lachen, damals allerdings war mir zum Heulen zumute. Mit viel Stolz in der Stimme sagt Linda allen Ernstes: "Ok, ich verstehe, dass Sie für Miss Karin auch einen reduzierten Flug haben möchten. Vielleicht sollte Miss Karin dann einfach in eine andere Stadt fliegen."
Montag, 16. August 2010
Du weißt, dass du zu lang in China warst, wenn...
- alle „Laowais" gleich aussehen.
- du den Geruch eines völlig überfüllten Busses geniesst.
- offene und menschenleere Plätze dich nervös machen.
- dich Leute mit strahlend weißen Zähnen ängstigen.
- du kein Taschentuch mehr brauchst um deine Nase zu putzen.
- andere Ausländer fremd auf dich wirken.
- du ohne jegliche Gedanken mit dem Rad auf der Autobahn unterwegs bist.
- du westliche Toiletten unbequem findest.
- du keinen Satz mehr in deiner Muttersprache zusammen bekommst.
- du denkst, es ist in Ordnung Müll egal welcher Art aus dem Fenster im 18 Stock zu werfen.
- du denkst, das permanente Drücken des Knopfes im Aufzug lässt ihn schneller fahren.
- du nicht überraschst bist, dass dein Leitungswasser hin und wieder braun ist.
- du glaubst, bei McDonald's endlich mal wieder gesund und nahrhaft essen zu müssen.
- du die Bedienung fragst wer eigentlich dein Fleisch nicht in Stückchen geschnitten hat, damit du sie mit Stäbchen essen kannst.
- du denkst, das Shirt für 5 Euro war absolut überteuert.
- du dein Tablett und Müll auf dem Tisch lässt, denn das sichert schließlich Arbeitsplätze.
- du jegliche Panikattacken während einer Taxifahrt verloren hast.
- du keinen Skrupel mehr empfindest im Restaurant auf den Boden zu spucken.
- du akzeptiert hast, dass dein Waschbecken im Bad eben nicht funktioniert, aber die Spüle in der Küche tuts ja auch.
- du dich nicht mehr hinten an Warteschlangen anstellst, sondern immer direkt nach vorn gehst.
- du Menschen anhupst, weil sie auf dem Fußweg laufen, wo du doch gerade lang fahren willst.
- du annimmst, dass ja eigentlich die Taiwaner China überrennen.
- du in aller Öffentlichkeit lautstark rülpst.
- du glaubst, Pizza-Hut ist langes Warten für einen Tisch wert.
- du es schaffst dich in eine Warteschlange reinzudrängeln, weil so ein doofer Ausländer tatsächlich zwei Zentimeter Abstand zum nächsten gelassen hat.
- du absolut keinen Sinn für Verkehrsregeln hast.
- du anfängst, Schwerlasttransporter mit deinem Fahrrad den Weg abzuschneiden.
- du dich wunderst, dass Leute dich nicht mehr anstarren.
- dich Feuerwerkskörper nicht mehr wecken.
- du grundsätzlich erst hupst, bevor du bremst.
- du bei dem Wort Salat an Apfel mit Mayonnaise denkst.
- du Zahlen nicht mehr ohne entsprechende Handzeichen sagen kannst.
Kuturschock in China - Teil III
Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!
3. Teil: Problem? Lösung! Das Loch im 29. Stock
Thomas wohnt im 29. Stock eines schicken Pekinger Appartement-Komplexes und genießt einen sagenhaften Blick. Ein Mittwoch im Oktober: In seiner Wohnung ist nichts mehr, wie es mal war. Im zehn Meter langen Designer-Panoramafenster klafft ein Riesenloch, das mittlere Element ist zerstört. Dahinter geht es in die Tiefe. Eigentlich nur 25 Etagen, denn den 4., 14. und 24. Stock gibt es hier nicht - die Zahl 4 steht in China für Unglück und Tod, und das Erdgeschoss gilt bereits als Level 1.
Thomas ruft Mrs. Táng im Management Office an, um den Schaden zu melden:
"Hallo, hier ist Thomas, Appartement Nr. 2903. Das mittlere Fenster meines Wohnzimmers ist kaputt." "Hallo. Ich wiederhole: Nummer zwei-neun-null-drei." "Ja, 2903. Das Fenster in meinem Wohnzimmer ist kaputt. "Sie wollen die Fenster putzen lassen?" "Nein! Das Fenster ist kaputt. Und zwar im neun-und-zwan-zig-sten Stock." "Wann wollen Sie die Fenster putzen lassen?" "Nicht putzen! Das Fenster ist kaputt. Keine Scheibe mehr! 29. Stock. Sehr gefährlich." "Kein Problem. Die Fenster sind sehr gute Qualität und können nicht kaputt gehen." "Das Fenster IST aber kaputt!" "Bitte rufen Sie morgen nochmal an." Und schon legt Mrs. Táng auf.
Ein neuer Tag. Mrs. Féng hat Mrs. Táng abgelöst und ist wesentlich pfiffiger. Besorgt ruft sie: "Bleiben Sie, wo Sie sind. Unsere Spezialisten kommen sofort." Binnen fünf Minuten betritt sie mit drei Handwerkern im Schlepptau die Wohnung, alle sind sichtlich bestürzt. "Ooohhhhh…was ist passiert?", fragt Mrs. Féng mit aufgerissenen Augen. Das wüsste Thomas auch gern.
"Oh, das wird nicht klappen"
Zwei Stunden später ist die Gefahrenstelle notdürftig gesichert. Niemand kann mehr runterfallen, nur sind die Stahlträger und Teile des Parketts ruiniert. Schon morgen soll die fehlende Scheibe ersetzt werden. Solche Dinge gehen in China schnell.
Aber abends ist noch nichts passiert. Am Telefon sagt Mrs. Féng freundlich, so schnell sei wohl doch keine Scheibe dieser Größe lieferbar - es dauere "vielleicht zehn Tage". Thomas sagt, er möchte die Scheibe bitte bis zum nächsten Nachmittag. "Oh, das wird nicht klappen" - "Das muss klappen!" Kaum eine halbe Stunde später ruft Mrs. Féng zurück und sagt, Arbeiter könnten die Scheibe morgen gegen drei einsetzen. Chinesen sind unglaubliche Organisationstalente - wenn man sich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden gibt.
Tatsache, am nächsten Tag tragen fünf Arbeiter eine passgenaue Scheibe mit vereinten Kräften und bloßen Händen in die Wohnung. Vorsichtig und mit kleinen Schritten nähern sie sich dem Abgrund, wollen langsam die Scheibe zwischen zwei Stahlträger einfügen. Doch die Decke ist etwa zehn Zentimeter niedriger als die Fensterfront. Der Versuch scheitert, die Scheibe von innen "einzuhebeln".
Schickes Design? Wozu? Hauptsache, der Auftrag ist erfüllt
Nun versuchen die Männer, die Scheibe unten so weit nach draußen zu halten, dass sie sich oben in den engen Spalt einfügen lässt. Ein filmreifes Desaster: Vier Quadratmeter Glas gleiten ihnen aus der Hand und rasen in die Tiefe. Ein Wunder, dass niemand verletzt wird.
Nächster Tag, zweite Scheibe, neuer Plan. Von einer Leiter aus schlagen die Handwerker wie wild auf die Decke ein - nah am Fenster wollen sie den Raum durch großzügiges Wegschlagen etlicher Zentimeter Beton höher machen. Nach sechs Stunden ist die neue Scheibe tatsächlich drin. Damit sie nicht erneut abstürzt, hatte man schlicht eine auf beiden Seiten drei Zentimeter zu breite Scheibe bestellt. Die sitzt nun nicht mehr formschön zwischen den weißen Designer-Stahlelementen, sondern hässlich davor, mit viel Silikon von innen angeklebt. Auftrag erfüllt.
Die Bilanz:
- Erste Scheibe zerschmettert. Aber wo ist das Problem? Es wurde ja eine neue bestellt.
- Die zweite Scheibe wurde nicht sauber eingefügt, sondern hässlich angeklebt. Aber wo ist das Problem? Die Scheibe bietet jetzt wieder den nötigen Schutz.
- In der Decke ist ein klaffendes Loch. Aber wo ist das Problem? Auch das kann ja repariert werden.
Wo genau ist also Thomas' Problem?
Ich erzählte die Geschichte einer in Deutschland lebenden chinesischen Freundin. Sie bestätigte mir, dass durch die Kulturrevolution und die turbulente Mao-Zeit die meisten Chinesen der letzten Generation keine richtige Bildung genießen konnten(fast alle städtischen Jugendlichen wurden damals zur Zwangsarbeit aufs Land und in die Fabriken geschickt). Das Gros sei relativ ärmlich, minimalistisch und mit schlechter Ausbildung aufgewachsen, bestimmt auch Thomas' Arbeiter. Zu Hause seien sie froh, wenn sie ein Dach über dem Kopf haben und alles, was sie besitzen, eine Funktion erfüllt.
Besucht man beispielsweise einfache chinesische Familien, stellt man schnell fest, dass die Möbel kaum zueinander passen. Hauptsache, sie erfüllen einen Zweck. Wie die Couch der Oma meiner Freundin - die ist türkis! Die Oma sagt: War günstig, hält im Winter warm, kann man gut drauf liegen. Die Farbe war nicht wichtig. Genauso werden die Arbeiter bei Thomas gedacht haben: Hauptsache, dass er wieder eine warme Wohnung mit Fenster hat - was will er denn mehr?
Ein Voegelchen hat mir gezwischert...
Samstag, 14. August 2010
Kuturschock in China - Teil II
Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!
2. Teil: Führerschein - unterwegs auf schiefkrummen Straßen
Das alles habe ich für den chinesischen Führerschein gelernt. Ein deutscher Lappen oder gar die International Drivers License sind im Reich der Mitte nichts wert. Denn wer als Ausländer in China lebt und selber Autofahren will, muss sich der Qual einer erneuten Führerscheinprüfung beugen.
Also kaufe ich mir die deutsche Übersetzung der 1000 Führerschein-Fragen und kann kaum glauben, was ich da lesen und lernen muss. Die englische Übersetzung wäre die wohl bessere Wahl gewesen, denn bei der deutschen Version bewiesen die Übersetzer vor allem eines: Kreativität. Eine Geschichte, erzählt mit wörtlichen Zitaten aus den deutschen Testantworten (kursiv).
Zum Vermeiden von Verkehrsunfall fahre ich mit den Fahrrädern ineinander...
Meine erste Fahrt im Reich der Mitte. Mein Fahrzeug beschleunigt sich, ich erklimme eine Steigung. Da der Gegenverkehr schwierig ist und ich mich in der Nähe der Spitze des schmalen Abhangs befinde, habe ich Vorfahrt. Oben am Berg halte ich kurz an und mache meinen Körper zur Überwindung von Schläfrigkeit gelenkig.
Als ich weiterfahre, sehe ich ein Verkehrsschild für Bremsentest und wage eine Vollbremsung. Danach schalte ich beim Befahren des Gefälles den Leergang ein und schalte den Motor aus, damit mein Fahrzeug gleiten kann. Ich passiere eine Baustelle, an der gerade gegrabt wird, und sehe einen Aufgaben für Bauprojekte erfüllenden Rettungswagen. Die Straße neben der Baustelle ist stark eingesunken. Also schalte ich frühzeitig in einen niedrigeren Gang, damit beide Vorderräder durch Beharrungsvermögen zunächst ruhig in Grabenboden einfahren können.
Später komme ich an einem Dorf vorbei und sehe, wie Fahrradfahrer die anderen Fahrradfahrer überholen und verfolgen. Aufgrund hoher Konzentration können sie die Balance der Körper verlieren und dadurch rutschen und quer hinfallen oder mit anderen zusammenstoßen. Zum Vermeiden von Verkehrsunfall fahre ich mit meinem Kraftfahrzeug mit den Fahrrädern ineinander. Einer der Fahrradfahrer fasst mein Fahrzeug an. Gemäß der Straßenverkehrsordnung beschleunige ich mein Kraftfahrzeug, um den Radfahrer so abzuwerfen.
...und beachte bei Viehvertrieb immer die Bewegungstendenzen
Auf einer schiefkrummen Straße fahre ich weiter und gelange auf eine Landstraße. Plötzlich sehe ich ein Fahrzeug, das sich überschlagen hat. Hat der Fahrer bei Viehvertrieb die Bewegungstendenzen nicht beachtet? Ich laufe zu dem Verletzten und achte darauf, dass ich die Wunden nicht mit Öl beschmiere und die Blasen nicht aufdrücke.
Einer der Verletzten hat eine Verletzung von Bauch, bei der Dünndarm vorgefallen ist. Wie gelernt lege ich den Dünndarm nicht in den Bauch zurück, sondern decke die Wunde mit Schüssel oder Büsche zu und verbinde sie mit Tuch. Ich höre ein Fahrzeug mit Alarmapparat mit spezieller Klangwirkung und weiß, dass Rettung naht. der Polizei beantworte ich ehrlich alle Fragen, steige ins Auto und fahre nach Hause.
Das alles entspricht den Lernmaterialien zum Führerschein, könnte aber genauso gut ein fast normaler Tag im chinesischen Verkehr sein. Ich bin froh, dass ich meinen Führerschein bestanden habe - und werde versuchen, die Verkehrsregeln zu achten und die Mahnung anderer Fahrer bescheiden und sorgfältig zu befolgen.













