Skyline of Pudong

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Blick aus unserem Zimmer

Freitag, 13. August 2010

Kulturschock in China - Teil I

Im folgenden moechten wir eine Reihe starten, in der wir euch die Erlebnisse von Sonja Piontek naeher zu bringen. Sie verbrachte beruflich 3 Jahre in China. Und komischerweise decken sich ihre Erlebnisse ziemlich genau mit unseren ;)

Sonja Piontek (geb 1976) studierte Kulturwirtschaft mit Schwerpunkt Südostasien in Passau und Padjadjaran (Indonesien). Drei Jahre lang lebte und arbeitete sie in Peking als Marketing-Managerin - und schrieb darüber das Buch "China, die türkise Couch und ich" (Conbook Verlag).

(Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,679712,00.html )

Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!
 
Wer in Peking ein Restaurant besucht, wird auf der Speisekarte keinen Reis entdecken. Wer in China auf einer mehrspurigen Straße den rechten Fahrstreifen befährt, sollte sich nicht wundern, wenn Pfeile darauf hinweisen, dass er sich auf der Linksabbiegespur befindet. Wer zum Neujahrsfest Feuerwerkskörper kauft, sollte Verstärkung mitbringen: Sie haben bis zu hundert Schuss und sind oft so groß, dass sie mit weniger als drei Mann kaum zu tragen sind.
 
China ist ein sagenhaftes Land, sagen die einen. Andere finden es grauenvoll. In jedem Fall ist China völlig anders, als wir es uns im Westen vorstellen. Für mich hat China viele Facetten: von faszinierend, bunt, überwältigend, aufregend bis hin zu laut, absurd, chaotisch - aber vor allem eines: nie langweilig.

Ich hatte das Glück, als Marketing-Managerin drei Jahre in der Volksrepublik leben zu dürfen und die uns so fremde Kultur beruflich wie auch privat kennen und lieben zu lernen. Mittlerweile bin ich wieder zurück in Deutschland, um eine einmalige Erfahrung und einige wundervolle Freundschaften reicher.

Es fiel mir anfangs schwer, mich wieder an die Korrektheit des deutschen Straßenverkehrs zu gewöhnen, wo ich doch das Fahren auf Chinas schiefkrummen Straßen so genossen habe und auch viel gelernt habe über Ölpedale und Fahrzeuge mit Alarmapparaten mit spezieller Klangwirkung.

Ich weiß mittlerweile auch, wie peinlich es sein kann, eine Situation in einer so fremden Kultur zu be- oder gar verurteilen, ohne zu verstehen, um was es wirklich geht. Wir Westler betrachten chinesische Lösungen oft als chaotisch, dilettantisch und absurd - aber es ist eben nicht die einzige und vor allem nicht die einzig wahre Sichtweise. Und so kommt es im Alltagsleben häufig zu Situationen, in denen uns der Ausdruck "Maybe have problem" die Andersartigkeit der chinesischen Kultur bewusst werden lässt.

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